Die Sache mit der Aquariengröße
März 27, 2008 at 3:24 | In Erlebnisse mit Kunden, Grundsätzliches | Leave a CommentTags: Aquariengröße, Kundenberatung
Quelle: Cohdra/Morguefile.com
Mitunter kommen Kunden zu uns und beklagen, daß sie in einem anderen Zooladen bezüglich der Fischgröße und der dafür nötigen Aquariendimension falsch beraten wurden, so etwa auch im Falle einer Kundin, die mir berichtete, daß ihr bei der Konkurrenz ein Goldfisch für ein 20-Literbecken ohne Filter aufgeschwatzt wurde. Natürlich kam sie kaum nach bei der Beckenreinigung, der Goldfisch zeigte Unwohlsein aufgrund mangelnder Wasserqualität und Belüftung und so merkte auch die Kundin recht rasch, daß dieses System nicht funktionierte, weil es einfach weit unterdimensioniert war.
Ich persönlich finde es verantwortungslos, wenn ein Verkäufer bewußt oder mangels besseren Wissens derart fatale Aquarien- und Besatzempfehlungen gibt.
Doch es gibt auch die Kehrseite, nämlich, wenn Kunden Informationen vorenthalten. Ich habe zum Beispiel schon über Umwege erfahren, daß ein Kunde einem anderen Zoohändler gegenüber meinte, ihm sei in unserem Laden ein Skalar für ein 60-Liter-Becken “empfohlen” worden. Ich kann das einfach nicht glauben und ich vermute, daß dies darauf zurückzuführen ist, daß der Kunde entweder beim Kauf gar keine Angaben über die Größe seines Aquariums gemacht hat oder, daß er sich in seinen Angaben grob verschätzt hat – eventuell war es auch einer jener, der die Aquariengröße mittels Ausbreiten seiner Arme umschrieben hat. In diesem Fall finde ich es nicht fair, wenn dem Zoohändler eine falsche Beratung unterstellt wird.
Sehr häufig kommen Kunden zu uns und suchen sich Fische aus. Meist frage ich nach der Beckengröße, doch bei sehr selbstbewußten Kunden, die sichtlich auch keine Beratung möchten und scheinbar wissen, was sie wollen, halte ich mich manchmal zurück. Ich schließe nicht aus, daß mich meine Menschenkenntnis in Einzelfällen trügt und die Personen eigentlich gar nicht so gut informiert sind, wie sie auftreten.
Naja, und dann gibts da noch die Unverbesserlichen – unter den Zoohändlern wie auch unter den Kunden - die davon ausgehen, daß sich ein Fisch ohnehin der Aquariengröße anpaßt. Eigentlich ein Kardinalsfehler, denn es gibt Fische, die nicht der Aquariengröße entsprechend kleiner bleiben, und außerdem – kommt es tatsächlich zu Kümmerwuchs, so ist das ja auch nicht sinnvoll, denn der Fisch erreicht dann u.U. auch nicht sein übliches Lebensalter. In jedem Fall verstößt diese Einstellung gegen das Tierschutzgesetz.
Die Verantwortlichkeit für artgemäße Haltung von Haustieren liegt nicht ausschließlich beim Zoohändler – auch Kunden sollten sich über die Pfleglinge ihrer Wahl kundig machen, immerhin übernimmt man als Tierhalter auch Verantwortung.
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