Krimireif
Mai 1, 2008 at 12:18 | In Erlebnisse mit Kunden, Grundsätzliches | 2 CommentsTags: Feiertag, Fische töten, Kundenfrust
Soeben beginnt der Tag der Arbeit, das bedeutet ich habe heute frei. Alle Tiere im Zooladen wurden heute für den Feiertag gerüstet – das heißt alle Wasserflaschen wurden randvoll gefüllt, ebenso die Futtertröge und alles erledigt, was eben so anfällt vor einem Sonn- oder Feiertag. Die Käfige sind auch soweit sauber, anstehende Wasserwechsel wurden durchgeführt und nun dürfen unsere Tiere morgen einen stress- und kundenfreien Tag einlegen…und ich auch
Ein Gustostückerl in punkto skurriler Kundenerfahrungen möchte ich euch aber auch heute nicht vorhenthalten: Mein Chef erzählte mir kürzlich von einer Kundin, die ihn wegen ihres todkranken Fisches um Rat fragte, weil sich das Tier nur mehr schraubenförmig im Kreis drehte und sichtlich darunter litt – die Heilungschancen bei einer solchen Symptomatik stehen erfahrungsgemäß mehr als schlecht, denn wenn alle Wasserparameter in Ordnung und die restlichen Fische scheinbar gesund sind, steckt dahinter recht wahrscheinlich eine ernstere organische Erkrankung. Er empfahl der Dame daher, sie möge den Fisch doch mit einem raschen Genickschnitt erlösen, aber sie antwortete, daß sie das nicht übers Herz bringen würde. Er bot ihr an diesen Schritt für sie zu übernehmen, wenn sie den Fisch ins Geschäft bringen würde, aber sie lehnte ab, weil sie dem Fisch den Transport nicht zumuten wollte. Also erzählte er ihr noch von Nelkenöl, das sie sich in der Apotheke besorgen könne und, das bei entsprechender Dosierung zum Einschläfern eines Fisches verwendet werden kann – ihr Kommentar darauf ließ ihn fast aus den Latschen kippen: “Kann man damit denn eine Katze auch einschläfern?” Ohne weitere Worte brach er die Beratung daraufhin fassungslos ab.
Man fragt sich schließlich schon, was in einem solchen Kopf an Gedankengängen vor sich geht…fast schon krimireif.
Jedenfalls bezogen auf das Töten von Zierfischen: ist das Töten eines Zierfisches einmal unumgänglich, so sind gewisse Methoden zu empfehlen, von anderen wird dringend abgeraten. Ich möchte nur mal kurz die tierärztlich empfohlenen Methoden erwähnen:
- das rasche Durchtrennen des Genicks
- eine Überdosierung Nelkenöl, wobei die Dosierung von 0,5ml/L einzuhalten ist (gut vermischte Emulsion schütteln vor dem Zusetzen des Öls)
Weitere Infos hier: http://www.aquarium-forum.at/showthread.php?t=6454
2 Kommentare »
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Danke für den Tip mit dem Nelkenöl!
Ich tue mich auch schwer damit, einen Fisch zu töten. Aber ich kann es auch nicht über’s Herz bringen, das arme Tier leiden zu sehen. Zum Glück war ich noch nicht oft in dieser Situation, aber wenn dann: Fisch im Kescher lassen, auf ein Brett legen, Papiertuch drüber und rasch den Kopf abtrennen. Lieber einen neuen Kescher kaufen, als das Tier leiden zu lassen.
Liebe Grüße von
Schildmaid
Kommentar von schildmaidontheloose — Mai 1, 2008 #
Wo ist das Problem? Die wollte den Fisch dann ihrer Katze weiterverfüttern…
Salat
Kommentar von Buchstabensalat — Mai 5, 2008 #