Ärger mit dem Amtsveterinär
Mai 14, 2008 at 4:26 | In Denkwürdiges, Tiergeschichten | 4 CommentsTags: Amtstierarzt
Wie ich schon letzte Woche berichtet hatte, hatten wir ja diesen Python im Laden, der nicht fressen wollte. Am Donnerstag begutachtete ihn eine Tierärztin, die Werbezettel für ihre Praxis bei uns hinterlassen hat, und am Freitag beäugte ihn noch einmal unser Haus-Tierarzt. Da beide der Ansicht waren, das Tier müsse dringend zwangsgefüttert werden, und wir damit an unsere Grenzen stießen, gaben wir den Python ja dann gleich am Freitag an einen Stammkunden mit langjähriger Schlangenerfahrung ab (Im übrigen hat dieser das Tier behandelt und es frißt inzwischen wieder selbständig).
Die Tierärztin vom Donnerstag, die uns noch in aller Ausführlichkeit Tipps und Ratschläge zur Behandlung gab, hat doch glatt hinterrücks den Amtstierarzt eingeschaltet wegen dem Tier ohne, daß sie selbst noch einmal nachgefragt hat, welche weiteren Schritte wir unternommen haben. Naja, jedenfalls war der Amtstierarzt nun heute hier vor dem leeren Terrarium – später drohte er meinem Chef telefonisch, daß er Anzeige erstatten möchte, weil das Tier so lange bei uns in der Verkaufsanlage gewesen war. Natürlich war das Tier lange bei uns – es stand unter tierärztlicher Beobachtung durch unseren eigenen Tierarzt und wir haben es nicht veräußert, weil es nicht ans Futter ging – so ein Tier verkauft man an keinen Kunden, wenn man seriös zu seinen Kunden ist.
Ich persönlich denke, es war ein falscher Schritt, den die Tierärztin vom letzten Donnerstag hier unternommen hat – anstatt sich selbst noch einmal nach den Befinden der Schlange zu erkundigen, einfach hinterrücks Meldung an den Amtstierarzt zu machen… Ihre Werbung hat sie uns aber schon dagelassen
Wir wollten alles richtig machen und dem Tier helfen, daher auch die Abgabe an einen Profi, der das Tier aufpäppelt – daß wir wegen der Tierärztin, die uns vornerum noch ihre Ratschläge gibt, hintennach Ärger mit dem Amtsveterinär bekommen, das enttäuscht mich ungemein, denn da fragt man sich aus Zoohändlerperspektive, ob man überhaupt bei Problemen einen Tierarzt konsultieren soll. Mich wundert es unter solchen Umständen nicht mehr, wenn viele Zoohändler Problemtiere nicht dem Tierarzt vorstellen, sondern sie einfach still und leise ins Hinterzimmerchen stecken und dort unbeachtet verenden lassen – wenn man durch Beiziehung eines Tierarztes letztlich nur Unannehmlichkeiten bekommt.
4 Kommentare »
RSS-Feed für Kommentare zu diesem Beitrag. TrackBack URI
Einen Kommentar schreiben
Bloggen Sie auf WordPress.com. | Theme: Pool by Borja Fernandez.
Entries and comments feeds.
Hi!
Im Endeffekt pinkelt sie sich trotzdem selber ans Bein, denn ich denke dass bei euch sicher öfter nach einer Tierarztempfehleung gefragt wird, wenn Tiere gekauft werden und ich denke nicht dass ihr die Tante weiter empfehlen werdet, sondern eher diese Geschichte und Mundpropaganda bei Tierärzten ist eine sehr, sehr wichtige Sache. Negative Propaganda in diversen Foren kann einen solchen ziemlich in den Bredouille bringen, während positive Empfehlungen zu einer Goldgrube werden können. Ich gehe mir meinen Tieren nur zu Ärzten die mir empfohlen wurden….
LG Andy
Kommentar von Andy — Mai 14, 2008 #
Genau so ist es. Die Dame ist zwar eine sehr engagierte junge Tierärztin, und sie hat erst kürzlich ihre eigene Praxis eröffnet, aber empfehlen werden wir sie sicher nicht mehr. Es ist ja so, daß hier eine Art Arzt-Patient-Situation gegeben war, die hier durchaus mißbraucht wurde.
Kommentar von fischtante — Mai 14, 2008 #
Meiner Meinung nach, habt ihr euch dem Tier gegenüber sehr verantwortungsbewusst verhalten! Der Amtsarzt hätte sich auch aufgeregt, wenn ihr den Python in krankem Zustand an einen Kunden abgegeben hättet und das Tier bei diesem gestorben wäre.
Ich kann verstehen, dass du das Gefühl hast, dass das Arzt-Patienten-Verhältnis respektive die ärztliche Schweigepflicht von dieser jungen und engagierten Tierärztin verletzt wurde. Aber ein Arzt steht immer mit einem Bein im Knast und ich denke, sie wollte für sich nur auf Nummer sicher gehen.
Wenn es euch schwer auf der Seele liegt, dann bittet sie doch noch mal um ein klärendes Gespräch. Sie ist bestimmt bereit, aus ihren Fehlern zu lernen. Und das geht nur über feedback.
Kommentar von Schildmaid — Mai 15, 2008 #
Hm. Erinnert mich entfernt an einen Fall hier aus der Region: Inspektorin vom Gesundheitsamt zog durch Gaststätten, bemängelte Kleinigkeiten und empfahl dann den Besuch eines Hygieneseminars bei einer privaten Firma. Das Gewerbe war, huh, auf ihren Mann angemeldet, die Seminare hielt sie selbst als Werkvertragsnehmerin.
Meldete man sich nicht dort, gab es offiziellen Ärger mit dem Gesundheitsamt.
Kann das hier ähnlich gelagert sein? Wenn sie immerhin schon Werbung dagelassen hat?
Kommentar von Silencer — Mai 18, 2008 #