Algenprobleme Fall 1
Juni 13, 2008 at 10:51 | In Denkwürdiges | 1 CommentTags: Algen, Wasserwechsel
Gestern rief mich gleich frühmorgens eine Kundin im Laden an, die mir berichtete, daß sie seit geraumer Zeit gegen Algen im Aquarium zu kämpfen hatte. Selbst verschiedene Antialgenpräparate, stärkere Bepflanzung und andere Leuchtstoffröhren änderten nichts am Massenaufkommen des unliebsamen Aquariengrüns. Ich fragte sie daraufhin, welche Fische sie pflegte und wie groß ihr Aquarium ist. Sie meinte: “Also ich habe einen Minihai, vier Prachtschmerlen, zwei Goldfische und einen Hexenwels, sowie Ancistren drinnen…ach ja, und noch so einen großen Wels mit Gepardenflecken.” Darauf ich: “Einen Schilderwels?” ” Ja, genau so einen, er ist jetzt etwa 20 cm lang. ach ja, und das Becken hat 160 Liter.”
Ich: “Nun, da haben sie aber sehr große Fische für ein Aquarium dieser Größe. und die kacken ja auch wie die Weltmeister, speziell die Goldfische und der Schilderwels, nicht wahr…”
Kundin: “Ja, stimmt – der große Wels, der hat oft so ganz lange Kotschnüre dranhängen. Ich tausche aber jedes Mal zwei Drittel des Wassers aus.” Zwei Drittel des Wassers klingt ja wundervoll, denke ich mir, da kam jedoch gleich der Runterholer: “…wasserwechseln tu ich so alle 2 Monate, manchmal – wenn es sauber ausschaut, aber auch seltener.” Ich krieg die Krise und antworte: ” Ja, aber wenn Sie nur alle 2 Monate Wasser wechseln, dann ist es ja kein Wunder, daß Sie Algenprobleme haben. Sie müssen ja enorme Nitrat- und Phosphatwerte im Wasser haben. Das ist natürlich Dünger für die Algen.”
Also, um auf den Punkt zu kommen…die Dame hatte viel (und ich meine “viel”) zu viel großen Fisch im Aquarium, auch wenn sie sich auf diese unnötige ”1cm Fisch je 1 Liter Wasser-Faustregel” berufen könnte. Derart große Fischarten auf so engem Raum, das ist nicht nur ungesund für die Fische (die schwimmen ja in ihrem Klo), sondern führt letztlich auch dazu, daß weder das Pflanzenwachstum eine reelle Chance hat, noch daß bei derart seltenen Wasserwechseln Stoffe wie Nitrat und Phosphat in den Griff zu bekommen wären. Das kann nicht klappen. Ich schlug der Dame schließlich vor, das Becken, mit Ausnahme des Filters, gut zu reinigen und von den Algen zu befreien und im Anschluß daran mit zweiwöchigen Wasserwechselintervallen zu zwei Dritteln des Wasservolumens fortzufahren. Darüber hinaus solle sie sich noch geeignete, robuste Pflanzen besorgen um den Algen eine Nahrungskonkurrenz zu stellen.
Ein brisanter Link in punkto Wasserwechsel: http://www.aquamax.de/HG10.htm
und: http://www.aquarium-bzk.de/Seiten/wasserwechsel-gegner.shtml
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Angesichts der großen Fische ist der Gedanke, “robuste” Pflanzen einzusetzen natürlich naheliegend. Nur leider sind gerade die robusten Pflanzen die langsamsten und damit kaum Konkurrenten für die Algen.
Klassische Empfehlung für solche – eigentlich fast hoffnungslose – Fälle wäre Ceratophyllum demersum, das Hornblatt (leider meist falsch als Hornkraut bezeichnet). Es wird erstaunlicherweise von fast allen Fischen in Ruhe gelassen und wächst meist hervorragend.
Hier vielleicht noch ein hilfreicher Link zu Pflanzen gegen Algen für Aquarium und Gartenteich: http://www.aquamax.de/HG35.htm
Kommentar von Bernd Kaufmann — Juni 18, 2008 #