Der Viele-Fragen-Mann und das neugierige Kind
Juni 23, 2008 at 9:54 | In Erlebnisse mit Kunden | 1 CommentTags: anstrengender Kunde, anstrengendes Kind
Heute war wieder der Viele-Fragen-Mann bei uns: http://fischtante.wordpress.com/2008/05/21/der-perfektionist/ .Diesmal kaufte er ein Pärchen Schmetterlingsbuntbarsche – ich habe extra darauf geachtet, beide Geschlechter zu erwischen und sogar in einem Buch nochmal sicherheitshalber nachgesehen, doch der gute Mann traute meiner Einschätzung nicht wirklich. Noch vor dem Auspacken der Fische kam er retour und tauschte die Tiere um, weil er meinte, das können unmöglich Männchen und Weibchen sein. Also haben wir zwei neue Fische für ihn rausgefangen – ich forderte ihn allerdings auf, sie selbst auszusuchen und dann auch erst einmal abzuwarten, wie sich die Färbung und das Verhalten im Aquarium dann präsentieren. Da Fische im Transportbeutel meist eine Schreckfärbung zeigen, soll er sich nicht verunsichern lassen.
Seit einigen Tagen haben wir stets Besuch von einem Kind aus der Nachbarschaft – er hat bereits verfrühte Ferien, weil er unlängst einen Gipsfuss hatte, seine Eltern arbeiten allerdings und so müssen der Bub und sein Bruder (der eine 8, der andere 9) den ganzen Tag über alleine verbringen. Während der Ältere den Tag vorm Fernseher verbringt, steht der jüngere uns im Laden im Weg und löchert uns mit Fragen. Heute wollte er mir helfen, als ich die Wasserschüsseln bei den Terrarientieren gewartet hatte – er öffnete die Scheiben, als ich mich mit den frischen Wasserbecken näherte. Das ganze war zwar lieb gemeint von ihm, erweckt in mir allerdings Besorgnis, nicht nur, weil dadurch ein Tier ausbüchsen könnte (wir haben sehr flinke Geckos), zum andere kann er Gefahrensituationen nicht abschätzen, wenn er einfach ein Schlangenterrarium aufschiebt oder das Türchen eines Vogelspinnen- oder Skorpionterrariums. Nachdem er unseren Lehrling vorgestern nachmittag 3 Stunden lang geplagt hat, hat ihn unser Chef heute recht schnell verabschiedet – er möchte in den nächsten Tagen gerne mit den Eltern des Jungen telefonieren, ob die überhaupt wissen, was er da den ganzen Tag treibt. Es ist ja nicht so, daß er sich einfach still und leise Tiere ansieht – im Gegenteil: er behindert uns durch seine Neugier und seinen Tatendrang beim arbeiten und schreckt nicht davor, jedes Türchen zu öffnen und schon auch mal nach einem Tier zu langen. Diese könnten dann u.U. beissen oder gar ausbüchsen, das ist nicht ganz ungefährlich. (Heute streckte er z.B. sein Gesicht etwa 20cm vor die Nase unserer vom Fressen sehr stark erregten jungen Kornnattern – da könnte er schon mal eine an der Nase hängen haben, denn gerade wenige Minuten davor hatten sich die beiden Schlangen beim Fressen bereits so ineinander verbissen, daß ich die größte Mühe hatte sie zu trennen)
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Hmmm, einerseits ist es immer wieder schön von einem Kind zu hören, das sich für Tiere begeistert, andererseits ist wahrscheinlich die Hölle los, wenn dem Kind eine Tarantel im Gesicht hängt. Obwohl es immer wieder erstaunlich ist, wieviel Glück die Kurzen bei sowas haben…
Kommentar von Bine — Juni 24, 2008 #