Der Schwammerlzüchter
30. September 2009 at 20:46 | In Erlebnisse mit Kunden | Leave a CommentTags: Magic mushrooms, Psilocybin, Zauberpilze
Heute kam ein junger Mann in den Laden um ein Hygrometer und ein Thermometer zu kaufen. Als mein Chef ihn fragte für welche Art von Terrarium er die Dinge denn benötigen würde, meinte er, daß er sie für seine Champignonzucht bräuchte. „Jaja“ dachte ich mir still und heimlich, „Champignons…so siehst du mir aus.Wohl eher narrische Schwammerl.“ Ich mußte schmunzeln, denn angesichts der spottbilligen Preise für frische Champignons im Supermarkt wäre es doch eher übertrieben fast 20 Euro für diese Meßinstrumente hinzublättern. Ich bin mir ziemlich sicher, daß der junge Mann einen dieser Selbstbausätze für Psilocybin-Pilze zuhause hatte, die es beispielsweise in Hollands Coffee-Shops zu kaufen gibt.
Politikerfische
14. September 2009 at 20:46 | In Erlebnisse mit Kunden, Skurriles | Leave a CommentTags: österreichische Innenpolitik, Fischnamen, Politik, Politiker
Quelle: Pixel Packing Mama/ flickr.com
Es gibt Leute, die geben ihren Fischen teilweise sehr skurrile Namen. Heute besuchte uns eine Kundin, die alle ihre Fische nach österreichischen Politikern benannte. Als sie da vor den Verkaufsbecken stand, sinnierte sie: „Also, am zähesten ist wirklich der Strache – der hält nun wirklich schon am längsten. Ja und die Heide Schmidt – die hält auch was aus. Ach ja, einen Schwarzen hätte ich bitte gerne.“
Während ich den Kescher zückte um einen Black Molly zu fangen, fragte ich sie: „Und wie wird der dann heißen?“
„Hmm, Platter vielleicht…nein, doch lieber Pröll, weil Schüssel geht ja auch nicht mehr, der ist ja nicht mehr aktuell. Nur Gusenbauer nehme ich mir heute keinen mit. Der Gusenbauer ist mir nämlich schon dreimal gestorben.“
Mr. Nervig und seine Fehlkäufe
24. August 2009 at 19:31 | In Erlebnisse mit Kunden | Leave a CommentTags: Problemfische
Quelle: tetzl/flickr.com
Heute kam ein Kunde zu uns, der unserem Lehrling und mir zwei Handyfotos zeigte und fragte, ob ich wisse, welche Fische darauf abgebildet wären. Beim ersten sagte ich gleich zielsicher: „Ein Arowana bzw. Gabelbart.“ Darauf er: „Stimmt – richtig!“ Dann zum zweiten Bild: „Ein Katzenwels oder eine ähnliche Art.“ Er: „Ja, stimmt – ein Froschwels.“ Nun hatte ich die Faxen aber dicke: „Ja und wozu sollen wir dann rätseln, welche Fische das sind, wenn du es ohnehin weißt?“ „Ich wollte wissen, ob ihr es wißt, weil ich sie gerne abgeben würde und gegen Barsche eintauschen möchte, da sie mir im Aquarium alle Fische zusammenfressen.“ Ich: „Da muß ich aber erst den Chef fragen, weil das sind schon Problemfische, die man nicht so leicht wegbekommt. Solche Fische haben wir sonst auch nie im Sortiment, weil man die üblicherweise aufgrund ihrer Endgröße irgendwann retourniert bekommt.“ Ich schnappte mir also das Telefon und kontaktierte meinen Chef, ob wir die Tiere aufnehmen könnten – begeistert war er freilich nicht, aber was tut man nicht alles für seine Kunden…
„Okay, du kannst sie bringen, aber ob dir unser Chef dafür etwas gibt, bin ich nicht sicher, weil wahrscheinlich kosten uns diese Fische mehr als wir für sie bekommen, wenn sich in ferner Zukunft mal jemand dafür interessieren sollte.“ Darauf meinte er: Naja, ich könnte sie sonst aber auch zum Gartencenter zurückbringen, wo sie herkommen – der nimmt sie sicher auf.“ „Ja, nur, daß der keine großen Becken hat und sie irgendwann wohl erschlägt, wenn er sie nicht mehr unterbringen kann, aber das mußt du selbst entscheiden.“
Jedenfalls tanzte er dann am Nachmittag doch mit den Fischen an und wir setzen sie in eines unserer großen Schaubecken zu einigen großen, mittelamerikanischen Barschen. Was mich jedoch wirklich verwunderte war, daß ihm mein Chef tatsächlich etwas im Tausch dafür gab – ich hätte das vermutlich nicht getan, denn beim Gartencenter hätte er erstens auch keine Entschädigung für diese Fehlkäufe erhalten und zweitens kann man sich nur vom Verkauf des 30cm-Arowanas ein wenig erwarten – der Froschwels kostet nämlich im Verkauf normalerweise nicht mehr als ein paar zerquetschte Euros, d.h. er wird seinen Marktwert in absehbarer Zeit in seinem Magen verschwinden lassen. Naja, wie ich schon erwähnte – was tut man nicht alles für seine Kunden…Vermutlich fällt das unter Kundenbindung
Aber im anderen Tiergeschäft…
10. August 2009 at 21:25 | In Erlebnisse mit Kunden | Leave a CommentTags: Feuerbauchmolch, Molche Haltung
Quelle: Kokopelli /wikipedia.org
Heute kam ein junges Paar in den Zooladen, das sich erkundigte womit sie ihre Molche aufpeppeln könnten, da diese leider nur hie und da einen jungen Guppy fressen, jedoch sonst kein Futter annehmen. Und so kommt es, daß die Molche immer dünner werden auch, wenn sie dabei die Guppies im Aquarium immer stärker dezimieren. Ich empfahl, daß sie es ja einmal mit kleinen Regenwürmern versuchen sollen, wenn sie keine lebenden Mückenlarven auftreiben können (wir hatten nämlich auch gerade keine lagernd). Möglicherweise würde es nämlich noch eine Weile dauern bis sich die an Lebendfutter gewöhnten Molche an Frostfutter gewöhnen lassen. Dann erwähnte die junge Frau noch, daß die Molche trotz Landteiles immer an einer der Scheiben versuchen würden aus dem Aquarium heraus zu gelangen und fragte, weshalb das so sei. Ich äußerte den Verdacht, daß die Tiere vielleicht zu warm hätten und fragte nach der Wassertemperatur. Sie antwortete, daß im Aquarium ja auch noch Guppies und Ancistren wären und, daß sie daher beständig 24°C im Wasser hätten. Daraufhin empfahl ich ihr die Temperatur, sofern es die Raumtemperatur zuläßt, auf 20-21°C abzusenken, worauf sie mich empört ansah und meinte: „Aber im anderen Tiergeschäft hat man mir gesagt, daß wir auf keinen Fall unter 24°C runtergehen dürften wegen der Guppies und der Antennenwelse!“ Mensch, warum fragst du dann mich überhaupt nach meiner Meinung?, dachte ich mir und erläuterte, daß es durchaus machbar wäre Guppies und Antennenwelse bei 20-21°C zu halten (vorübergehend geht es sogar bei 18°C) und, daß die Molche es eben nicht so gerne besonders warm haben. Außerdem gibt es ja im Internet Foren zur Molchhaltung, wo sie bei erfahrenen Haltern nachfragen könnte…Ich hasse diese „Aber im anderen Tiergeschäft…“-Aussagen ganz gewaltig, denn einerseits muß jeder damit rechnen, daß verschiedene Leute unterschiedliche Meinungen zu einem Thema haben und andrerseits zeigt es mir, daß sich der Tierhalter noch nicht im mindesten mit den Haltungsansprüchen auseinander gesetzt hat, geschweige denn eigene Recherchen betrieben hat…abgesehen davon erzählen leider viele Berufskollegen ihren Kunden absoluten Unfug, wenn sie selbst bei einem Thema nicht besonders sattelfest sind.
Weiterführende Links: Molche.net, Urodela Forum, DGHT-Foren, Herpetofauna.at, Chinesischer Feuerbauchmolch, …
Arachnophobie
25. Juli 2009 at 14:23 | In Erlebnisse mit Kunden, Grundsätzliches | 1 Comment
Quelle: ishoothorizon/ flickr.com
Arachnophobie, also Spinnenangst, kann wie alle anderen Phobien den Alltag ziemlich einschränken und sogar lebensbedrohliche Ereignisse aus dem Nichts heraufbeschwören. Nein, ich meine damit nicht, daß sich jemand „zu Tode erschrickt“, vielmehr daß die aus der Angst reslutierende Panikreaktion zu irrationalen und gefährlichen Handlungen führen kann. Ich habe beispielsweise eine Bekannte, die vor Jahren beinahe einen Crash mit dem Auto gebaut hätte, nur weil sich vor ihrem Gesicht eine klitzekleine Spinne abseilte.
Vorgestern kam eine Kundin mit ihrer Tochter zu uns in den Zooladen, die sich bezüglich eines geplanten Aquarienkaufes beraten lassen wollte. Als unser Lehrling und ich gerade beim Versorgen der Tiere waren, stand sie wie genesselt im Eingangsbereich unserer Verkaufsfläche und rief zu uns herüber: „Habt ihr hier Spinnen?“ „Ja, da hinten bei den Terrarien“, antwortete unser Lehrling und ging vor zu ihr. Sie erläuterte, daß sie Spinnenangst habe und daher nicht weiter zurück in den Laden gehen könne. Also begann unser Lehrjunge sie vorne im Eingangsbereich zu beraten, er zeigte ihr dort einige Aquarien, aber es war keines dabei, das ihr so recht zusagte. Die anderen ausgestellten Aquarien standen allerdings weiter hinten, etwa 3-4 Meter neben den Terrarien und es war ihr unmöglich sich so weit den gefürchteten Krabblern zu nähern. Also mußte unser Lehrling für das Verkaufsgespräch eines der Aquarien nach vorne tragen – gottseidank war es ein kleineres Modell, denn ich möchte mir nicht vorstellen, welche Plackerei es gewesen wäre, wenn sie sich für größer dimensionierte Becken interessiert hätte. Als die kleine Tochter sich bei den Terrarien ein wenig umsehen und die Tiere anschauen wollte, kam sofort ein lauter Warnschrei: „Um Gottes Willen – geh ja nicht da zurück!“ Das verstehe ich nicht – wenn die Frau sich schon ihrer eigenen Problematik bewußt war, weshalb versuchte sie das auf die Tochter zu übertragen? Gerade kleine Kinder haben ja wirklich keine Berührungsängste, jedoch sind sie in diesem Alter noch sehr beeinflußbar…mich würde es nicht wundern, wenn das Mädchen später auch eine Angst vor Krabbeltieren entwickelt.
Schließlich könnte es sich bei der Spinnenfurcht jedoch auch einfach um ein erlerntes Verhalten handeln. Ein Kleinkind orientiert sich in vielen Lebensäußerungen an den eigenen Eltern und anderen engen Bezugspersonen. Leidet eine dieser Personen an Arachnophobie, so erlebt das Kind diese Angst und lernt, dass Spinnen gefährlich sind. Für Arachnophobie als erlernte Verhaltensweise spricht die Beobachtung, dass sie nur in bestimmten Regionen der Welt verbreitet ist. Bei Naturvölkern ist sie hingegen so gut wie unbekannt (bei einigen Naturvölkern werden Spinnen sogar als Delikatesse gegessen). http://de.wikipedia.org/wiki/Arachnophobie
Als die Frau schließlich an der Kassa stand und ein Buch über Aquaristik bezahlte, kam ich gerade mit einem Karton hinzu, in dem ich eine Maus für einen anderen Kunden hatte, die ich abrechnen wollte. Kritisch und besorgte beäugte sie den Karton, dann mich, dann wieder den Karton – als ich das bemerkte, meinte ich: „Nein, keine Spinne.“ Ihr Gesicht entspannte sich daraufhin wieder ein wenig.
Angeblich läßt sich Spinnenangst durch eine Konfrontationstherapie behandeln, aber ich denke, das macht nur unter therapeutischer Anleitung Sinn, denn ich habe eine Freundin, deren Schwester versucht hat eigenständig ihre Spinnenangst zu therapieren, indem sie sich eine Vogelspinne als Haustier besorgte. Was aus dem armen, ungeliebten Tier geworden ist, weiß ich nicht, aber auf jeden Fall hat es nicht wirklich geholfen. Mir jedenfalls hat die Begegnung mit dieser arachnophobischen Kundin gezeigt, daß es für einen Zoohändler aus zwei Gründen Sinn macht, daß er die Terraristikabteilung ganz in den hinteren Bereich seines Ladens verfrachtet – zum einen müssen alle Terraristikfreunde dann durch das gesamte Geschäft am dort ausgestellten Sortiment vorbei und zweitens ermöglicht es auch spinnenphobischen Kunden ins Geschäft einzutreten…Wenn die wüßten, daß selten aber doch auch Vogelspinnen aus ihrem Terrarium entkommen können…
Begriffswirrwarr
14. Juli 2009 at 18:43 | In Erlebnisse mit Kunden | Leave a CommentLetzte Woche kam ein älterer Kunde zu uns und bat mich um „zwei von den Fröschln“. Ich sagte ihm, daß ich die hinten in der kleineren Aquarienanlage habe und fragte, ob er Krallenfrösche oder Zwergkrallenfrösche möchte. Er schüttelte den Kopf und meinte: “ Nein von den anderen, die da drüben.“ Dann führte er mich zu einem Verkaufsbecken und zeigte auf die Goldfische…oookay, sind zwar keine Frösche, aber egal – ich kann es ihm nicht übel nehmen, denn gleich danach erzählte er mir, daß seine Frau fast gestorben wäre und, daß er sie pflegen muß seit sie aus dem Krankenhaus zurückgekommen ist. Irgendwie ziehe ich Lebensgeschichten an, aber das wird meine nächste Geschichte…
Der Pipsi-Burli und die Anneliese 666
25. Mai 2009 at 17:09 | In Erlebnisse mit Kunden | 3 CommentsTags: Wellensittich

Quelle: Niki817/ flickr.com
Heute mußte ich herzlich lachen, als mir ein Kunde von seinem Wellensittich, dem „Pipsi-Burli“ erzählte. Einzelhaltung bei Wellensittichen ist natürlich nicht artgemäß, hat jedoch den Nebeneffekt, daß die auf den Menschen geprägten und hochintelligenten Tiere sehr viel stimmliches Talent entwickeln. Und so lernte der Pipsi-Burli als erstes gleich „Ich bin der Pipsi-Burli aus der Austrasse.“ Doch das ist noch nicht alles, denn er schnappt sehr viel von dem auf, das sein Herrchen und Frauchen miteinander reden und so tönt er nach einem für sein Herrchen wenig erfolgreichen Würfelpokerspiel lautstark und sehr zweideutig: „Pipsi-Burli-Papa Paul immer vierviervier, Anneliese immer sexsexsex“. Und nachdem Herrchen mit dem Burli auf der Couch geplaudert hat und Frauchen Anneliese schließlich zynisch meinte: „Könnts ihr denn nie die ´Goschn´ halten? Immer redet einer von euch beiden.“, dann kepelt der Burli fix mit seinem Plastikspielgefährten: „Anneliese ´Goschn´ halten!“ Ein schlimmer Eindruck könnte Besucher erwarten, wenn der Burli zuvor vom Pipsi-Burli-Papa lose Federn nach der Mauser weggezupft oder die Zehennägel, sprich die Krallen, geschnitten bekommt, denn dann heißt es: „Burli-Papa immer Federn rupfen und Zehen schneiden.“
Freilich gilt es noch einmal darauf hinzuweisen, daß Wellensittiche nicht einzeln gehalten werden sollen – in Österreich etwa ist die Einzelhaltung dieser Vögel sogar verboten. Außerdem sollte ihnen täglich ausreichend Freiflug in der Wohnung zugesichert werden, da Wellensittiche in der Natur in Schwämen oft viele Kilometer weit herumziehen.
„Alt werden ist blöd!“
12. Mai 2009 at 21:57 | In Erlebnisse mit Kunden | Leave a CommentFrau Meier ist schon lange begeisterte Aquarianerin, da ihr verstorbener Gatte vor mehreren Jahrzehnten bereits von dieser Leidenschaft befallen war und sie damit angesteckt hatte. Am liebsten würde sie noch alles alleine machen – manchmal steigt sie auch noch selbst auf das wackelige Tischlein, das neben ihrem Becken steht um das eine oder andere im Aquarium herumzuwerkeln, dabei haben es ihr ihre Töchter verboten. Frau Meier ist nämlich stolze 87 Jahre alt, benötigt jedoch leider aufgrund eines Unfalls einen Gehbock und mit ihren etwa 1,35 m ist es schon ein sehr riskantes Unterfangen, wenn sie waghalsige Aquarienwartungsarbeiten auf unsicheren Klettergestellen durchführt. Und genau aus diesem Grunde werde ich nun jedes Monat einmal bei ihr vorbeikommen um ihr Aquarium zu pflegen. Das ganze ist aber gar nicht so einfach, da der Zugang zum Aquarium von meterlangen Teppichrollen etwas behindert wird…Frau Meier lebt nämlich mit einem uralten Beo und einem altersdementen, inkontinenten Dackel zusammen. Und da Frau Meier und ihre Kinder nun schon seit Monaten mit dem natürlichen Ableben des alten Hundes gerechnet hatten, wurden neue Teppiche angeschafft, da der Hund die alten Teppiche ja die ganze Zeit verunreinigt. Da das Tier sich aber doch entschieden hat, noch nicht abzutreten, verbleiben die neuen Teppiche in ihren Verpackungen als Stolperfallen im Hausgang, wo auch das Aquarium steht. Dennoch ist es wirklich spannend eine Aquarienwartung bei Frau Meier durchzuführen, da man im Gespräch mit ihr auf immer neue, aufregende Lebensgeschichten zu sprechen kommt. So besitzt Frau Meier, ihres Zeichens Tochter einer Gräfin Vonundzu, beispielsweise nicht nur jede Menge kleiner Pyramiden, die überall in der Wohnung herumstehen, sondern sie nennt auch über 100 Zimmerpflanzen ihr Eigen. Und außerdem ist sie 6-fache Mutter, wobei zwischen dem 3. und dem 4. Kind 16 Jahre Abstand liegen, was ich wirklich ungewöhnlich fand. Sie erklärte mir, daß sie damals wollte, daß ihre ersten drei Kinder erst ein bißchen erwachsener waren, als sie sich nach einem zweiten Mann umsah. Und man mag es kaum glauben: die Dame besitzt sogar einen Computer, denn „man muß ja mit der Zeit gehen“. Wirklich beeindruckend dieses betagte Energiebündel, das so sehr bedauert nicht mehr alles selbst machen zu können – Zitat von Frau Meier: „Alt werden ist blöd!“
Wer keinen Vogel hat, der hat manchmal…
11. April 2009 at 19:11 | In Erlebnisse mit Kunden, Skurriles | Leave a CommentTags: Hundebuggy, meerschweinchen im buggy
Quelle: khairulhazman/ flickr.com
Manchmal wünschte ich mir einen Fotoapparat zur Hand, dann müßte ich nicht immer auf Fotos diverser Plattformen zurückgreifen um meine Berichte zu illustrieren. Die heutige Begebenheit hätte ein wirklich geniales Motiv abgegeben. Vor kurzem erzählte ich euch ja bereits schon vom aufkeimenden Modetrend der „Hundebuggies“ und der fürchterlichen Unart kleine Hunde gleich Babies in Kinderwägen vor sich herzuschieben. Heute mußte ich mir wirklich das Lachen sehr verkneifen: zwei Frauen – vermutlich Mutter und Tochter – sahen sich im Laden um. Die Jüngere der beiden hatte einen Chihuahua wie eine Handtasche (jedoch nicht in einer selbigen!) unter den Arm geklemmt und schob mit der zweiten Hand vor sich einen Buggy her. Zuerst beachtete ich das Szenario nicht weiter, da ich dachte, das sei eben eine frischgebackene junge Mutter mit einem Baby im Wagen. Erst später vernahm ich erstaunte Worte unseres Lehrlings: „Huch, das sind ja Meerschweine.“ Tatsächlich: die Frau mit dem Chihuahua unterm Arm schob da doch wahrhaftig zwei Meerschweinchen in einem Hundebuggy durch die Gegend. Wirklich bizarr, was man in einem Zooladen alles miterlebt.
Abgesehen von diesem Highlight war der restliche Ostersamstag sehr ruhig im Geschäft – ich persönlich freue mich natürlich ein wenig über den L-46, den ich heute verkaufen konnte. Da hat sich der Kunde wohl schon einige Zeit darauf gefreut, da er meinte, er wollte schon früher einmal einen dieser Zebrawelse bei uns erwerben, aber da hatten wir anscheinend keinen lagernd. Naja, komisch fand ich nur die Frage: „Die L-46, das sind schon diese schwarzweiß gestreiften, gell?“ Eigentlich erwartet man von einem Kunden, der beabsichtigt etwa 130 Euro für einen Fisch auszugeben, daß er schon weiß, wie dieser aussieht. Hmmm…jedenfalls frohe Ostern dem skurrilen Wels-Sammler und auch euch allen, liebe Leser.
Auf Brautschau
12. März 2009 at 18:22 | In Erlebnisse mit Kunden, Skurriles | Leave a CommentTags: Alleinerziehender Vater, Auf Brautschau, Junggeselle sucht

Quelle: jwh3000/ flickr.com
Etwa um die Mittagszeit steuerte ein Mann im Trenchcoat, etwa Ende Vierzig-Anfang Fünfzig, direkt auf mich zu, als ich gerade bei den Reptilien beschäftigt war. Hinter ihm zwei Kinder, die sich neugierig und brav die Aquarien ansahen anstatt wie üblich ihren Papa an den Klamotten zu zerren oder herumzuschreien. Er begann die Unterhaltung mit: „Ja, die Tiere. Die machen schon viel Arbeit.“ Ich darauf: „Ja, da geht einem die Arbeit nie aus.“ Er: „Ich bin Alleinerzieher und habe drei Kinder. Da geht einem die Arbeit auch nie aus. Aber brav sind sie schon, die Kinder.“ Er plauderte weiter über dieses und jenes und irgendwann entschloß ich mich doch endlich herauszufinden, was er denn eigentlich konkret beabsichtigte. „Suchen die Kinder eventuell ein Haustier?“ Er: „Nein, eine Frau.“ Na bumm, das war dann direkter als ich es eigentlich wissen wollte.
Anstatt auf seinen Versuch, Interesse an mir zu bekunden, näher einzugehen, fragte ich ihn stattdessen, ob er sich denn nie einen Babysitter nimmt und gelegentlich abends ausgeht um Frauen kennen zu lernen. Er meinte: „Nein, früher schon, aber jetzt weniger. Das kostet ja immer recht viel Geld und, wenn man dann niemanden kennenlernt, dann war es ja doch umsonst.“ „Und eine Zeitungsannonce?“ „Habe ich auch schon probiert, aber leider ohne Erfolg. Und wenn ich dann so über Jahre immer diesselbe Annonce eines Herrn lese – gutsituierter älterer Herr sucht Frau – dann denke ich mir, wenn der nie etwas findet, wie sollte ich dann jemanden dadurch finden?“ Na toll, dachte ich mir…jetzt bist du in einer Pattsituation, da er dir jetzt doch recht leid tut, so unbeholfen, wie er da steht. „Naja, wenn Frauen solche Anzeigen lesen, dann sind sie zwar froh, wenn jemand kein Sozialfall ist, aber ob er gutsituiert ist, das interessiert heutzutage Frauen doch eher weniger. Man muß schon etwas über seine Interessen und Hobbies schreiben.“ „Also, ob man Sport betreibt und so, oder?“ „Ja, sicher, wie sollte man denn sonst den Schreiber einschätzen?“, sage ich und wir plaudern noch weiter etwas Smalltalk. Er fragte auch nochmal direkt nach, wie es denn mit mir bestellt wäre, aber ich sagte ihm, daß ich selbst ein Kind und einen Partner habe, da erübrigten sich seine Hoffnungen mir gegenüber. Er erzählte außerdem noch, daß er früher ein kleines Geschäft hatte, daß ein alter Mann, der bei ihm damals arbeitete, nun auch sein Untermieter ist, daß er einen großen Garten hat und, daß er einige Kilometer weiter in einem recht dünn besiedelten Tal wohnte, wo er häufig mit dem Rad in die Stadt und retour fährt. Ich staune: „Aber da geht es ja ziemlich steil bergauf.“ „Ja, aber das macht mir nichts. Ich mag solche Anstrengungen. Da schwitzt man und kriegt eine gute Kondition“ „Wow – dann sind Sie ja so ein richtiger Naturbursch.“ Er strahlt: „Ja, das könnte man so sagen. Ich gehe auch gerne wandern und so.“ Ha, denk ich mir – das ist ja mal ein gutes Stichwort: „Na aber warum treten Sie dann nicht einfach dem Alpenverein bei? Da gibt es doch sicher auch Wandergruppen und die machen ja auch sicher immer wieder Veranstaltungen. Da lernt man sicher jemanden kennen. Suchen Sie doch einfach fürs erste mal eine Wanderpartnerin – das ist sicher einfacher als gleich mit der Tür ins Haus zu fallen.“ Ich glaube, damit hatte ich ihm doch einen guten Tipp gegeben, denn er schien ganz begeistert: „Wissen Sie was – ich glaube, das werde ich machen. Danke.“ An dieser Stelle sagte ich ihm, daß ich weiterarbeiten müsse und er sammelte darauf seine Kinder wieder ein und ging.
Manchmal ist es spannend, welche Leute man in einem Zoogeschäft kennenlernt – auf jeden Fall wird es nie wirklich langweilig, vor allem, wenn man - wie ich - nicht nur ein Tierfreund, sondern auch ein Menschenfreund ist.
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