Zwergkärpflinge gebären anders

23. November 2009 at 22:23 | In Grundsätzliches | Leave a Comment
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 Quelle: wikipedia.org

Jetzt hatte ich in letzter Zeit wenig temporäre Ressourcen zum bloggen. Die Arbeit – beruflich wie privat – stapelt sich und auch mein Laptop war dermaßen überarbeitet, sodaß ich ihm drei Tage Auszeit gönnte und ihn neu aufsetzte…naja, „aufsetzen ließ“ von meinen Lieben, weil ich einfach nicht ohne Pannen dazu in der Lage bin.

Eine aquaristische Neuigkeit habe ich heute allerdings dennoch zu vermelden, denn vor einiger Zeit habe ich mir Zwergkärpflinge aus dem Laden mitgenommen, die ich zuerst in einem kleinen 6-Eck-Aquarium unterbrachte – seit vorgestern dürfen sie in einem 20L-Tetra Aqua Artbecken bei einigen Garnelen wohnen. Jaaaa, aaaber…werden nun viele schreien…das ist ja gar nicht tierschutzkonform und so. Das darf man ja gar nicht. Nein – das dürfte man in Österreich nach dem vorherrschenden Tierschutzgesetz tatsächlich nicht, weil hierzulande nämlich 54L als Mindestgröße für dauerhafte Fischhaltung vorgegeben sind. Ich gebs zu: ich tu es trotzdem, da der Zwergkärpfling Heterandria formosa ein sehr kleinbleibender Fisch ist, der sich nach bisherigem Stand der Aquarienkunde sehr gut in kleinen, übersichtlichen Becken pflegen läßt.

Der Zwergkärpfling liebt enge Strukturen, seien es die Zwischenräume von stark verkrautenden Pflanzen oder Spalten zwischen Steinen – erstere aber bevorzugt. http://de.wikipedia.org/wiki/Zwergk%C3%A4rpfling

Das spannende an diesem kleinen, lebendgebärenden Zahnkärpfling ist, daß er im Gegensatz zu anderen Lebendgebärenden nämlich nicht alle Jungen auf einmal wirft – er ist nämlich zur „Superfötation“ in der Lage, d.h. er trägt unterschiedlich weit entwickelte Embryonen in sich, von denen alle paar Tage jeweils die am weitesten entwickeltsten Föten geboren werden. Da dieser Fisch keine allzu hohen Hälterungstemperaturen schätzt, eignet er sich sehr gut zur Vergesellschaftung mit Zwerggarnelen. Er vergreift sich nicht an Garnelennachwuchs und nimmt nebst Trockenfutter vor allem kleine Lebend- und Frostfuttersorten an – meiner Beobachtung nach bevorzugt er vor allem Bosmiden und Cyclops. Ein ruhiger, sehr empfehlenswerter Fisch für sogenannte Nanobecken.

Heilige Kühe der Aquaristik – Altumskalare und Diskusfische

9. November 2009 at 21:29 | In Grundsätzliches, Netzrundschau, Paradigmen der Aquaristik | 5 Comments
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Im zierfischforum.at gehen derzeit vor allem im Flohmarkt die Wogen hoch, da ein eidgenössischer Privatzüchter Altumskalare im F3-Generation feilbietet, wobei auf seiner verlinkten Homepage diesselben Bilder Verwendung finden wie bei den Inseraten eines hessischen Züchterkollegen. Das Wirrwarr ist perfekt, da nun niemand mehr den Überblick hat, wer nun Urheber der Bilder ist und wer nicht, wem man nun noch vertrauen kann und wer unter Umständen ein unseriöses Geschäft betreibt. Parallel dazu wird im Forumscafe fleißig über den Altumskalar diskutiert. Ich bin ja nun keine wirkliche Kennerin dieses Fisches, jedoch frage ich mich schon, ob er nicht langsam dem Diskus den Rang der heiligen Kuh abringt.

Es gibt einige Fischarten, um die in der Aquaristikszene meines Erachtens nach einfach zu viel Wirbel betrieben wird. Ein jeder möchte diese Fische, beispielsweise Altumskalare, seltene Diskusvarietäten oder seit einigen Jahren auch seltenere L-Welse, besitzen und sammeln. Nicht wenige Aquarianer, die von dieser Leidenschaft besessen sind, erinnern irgendwann an jene Freaks, welche allwöchentlich Flohmärkte minutiös nach dem einen bestimmten Überaschungsei absuchen um ihre Sammlung zu komplettieren. In vielen Aquarien solcher Sammler erfahren die begehrten Fische schließlich dasselbe Schicksal wie die Überraschungen aus den Schokoeiern…sie verstauben, weil es nur ganz wenigen gelingt ihnen geeignete Bedingungen zur Nachzucht zu bieten.

Ehrlich gesagt: das ist eine hauptsächlich westliche Eigenart, daß die Sammelleidenschaft leider oft in einer Sackgasse endet…naja, irgendwo steigert ja Seltenheit schließlich auch den Wert und so tröstet man sich bei ausbleibendem Nachwuchs, den man teuer verkaufen hätte können, eben mit dem Gedanken: na gut, zumindest selten ist er und bleibt mir dadurch eben auch wertvoll. Lustigerweise kenne ich dieses Phänomen ja auch nur bei langlebigeren Fischarten..was hätte es schon für einen Sinn hunderte von Euros  in ein riskantes Sammel- und Nachzuchtunterfangen mit einem „Saisonfisch“ zu stecken. Irgendwie lob ich mir da die Asiaten – selbst wenn sie so verrückt sind hundertausend Dollar in einen schönen Koi zu investieren, so muß man ihnen zugute halten, daß es ja auch die Asiaten sind, welche die Aquaristik immer wieder mit sensationellen und innovativen Zuchterfolgen beglücken. Wo kämen denn sonst auch die vielen zigtausenden an Prachtschmerlen her, die in Europa noch kaum einmal jemand nachzüchten konnte? Übrigens: wußtet ihr, daß Pterophyllum altum, der Altum-Skalar, eine der 46 in Malaysien nachgezogenen Skalarvariationen darstellt? Und nebst den Indonesiern verstehen sich auch die Thai vorzüglich aufs Nachzüchten dieser heiligen Kühe:

Daß wir Europäer aber dafür einen Sinn für sehr hübsche Aquariengestaltung haben, zeigt dieses Video eines tschechischen Altumzüchters:

Neugierige Fische

13. Oktober 2009 at 20:09 | In Grundsätzliches | 7 Comments
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 Quelle: shir_M/ flickr.com

Wie bekommt man Kampffisch-Weibchen in die Tüte ohne sie einzufangen?

Ganz einfach: Man nehme einen Beutel mit siamesischen Rüsselbarben, schlitze diesen seitlich auf und lege ihn ins Aquarium mit den Kampffisch-Damen. Anschließend gehe man zur Mittagspause. Nach etwa einer halben Stunde kehrt man schließlich zurück und stellt verblüfft fest, daß alle Rüsselbarben den Beutel verlassen haben und, daß alle – aber auch wirklich alle –  Kampffische im Plastikbeutel sitzen.

Es gibt nicht viele Fische, die so neugierig sind wie Betta splendens -Weibchen. Selbst wenn man mit dem Kescher im Verkaufsbecken einen bestimmten Fisch verfolgt, so kann man sich sicher sein, daß man ohne es zu beabsichtigen mindestens drei oder vier dieser Tierchen im Netz sitzen hat – sie haben sozusagen eine gewisse “Nimm mich mit!“-Manier ähnlich wie Guppies, welche auch häufig aus eigenem Antrieb in den Kescher einzusteigen pflegen. Wenn Kampffischweibchen in der Natur von ebensolcher Neugierde geplagt sind wie in unserer Verkaufsanlage, so frage ich mich wirklich, wie es dieser Art gelingt zu überleben.

Beleuchtungsdauer und andere technische Finessen…

6. Oktober 2009 at 17:24 | In Grundsätzliches | 2 Comments
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In letzter Zeit fiel mir ganz besonders auf wieviele Kunden sich in keinster Weise mit dem von ihnen bereits betriebenen oder in Kürze angestrebten Hobby auseinander gesetzt haben.

Erst vergangene Woche fragte mich ein Kunde, der (entgegen meinem Ratschlag) schon einige Wochen bis Monate Goldfische in einem 54-Liter-Set hält, ob er eigentlich den Filter dauernd in Betrieb haben müsse, da er den Filter bisher immer nur tagsüber in Betrieb hatte. Erstaunt – weil ich eigentlich davon ausging, daß das inzwischen bei jedem Aquarienbesitzer bekannt wäre – sah ich ihn an und erklärte ihm: „Natürlich muß der Filter 24 Stunden am Tag in Betrieb sein – sonst sterben ja die Filterbakterien ab, die im Filtermaterial sitzen und beim nächsten Einschalten bläst man sich den ganzen abgestorbenen Dreck dann ins Aquarium hinein.“

Eine weitere Frage, die immer wieder an mich herangetragen wird, höre ich zumeist von Leuten, die gerade ein Schildkrötenaquarium oder ein Terrarium einrichten: „Muß die Beleuchtung dann Tag und Nacht durchlaufen, oder?“ Ähm…was soll man dazu sagen? Die Leute sollten ja eigentlich wissen, daß man in einem Aquarium, Aquaterrarium oder Terrarium stets bemüht sein sollte die naturgegebenen Umweltbedingungen eines Tieres so gut als möglich nachzustellen…die einzig mir bekannten Orte, an denen täglich 24 Stunden nonstop Tageslicht vorhanden ist, das sind die Arktis und die Antarktis, wenn sie gerade den Polarsommer erfahren. Ich bin sehr zuversichtlich, daß die Polkappen ziemlich reptilien- und amphibienfrei sind, insofern: „Nein, natürlich müssen Sie die Beleuchtung in der Nacht abschalten – in der Natur haben die Tiere auch nicht 24 Stunden am Tag Sonne.“

Weil wir gerade bei den technischen Feinheiten angelangt sind – neulich wollte ein Kunde mit Aquaristikbestrebungen ungefähr wissen, wieviel Strom die technischen Geräte im Aquarium ungefähr benötigen werden. Als unser Lehrling im erzählte, daß der Heizer ein 100 Watt-Gerät sei, da fiel er aus allen Wolken. Ich konnte ihn allerdings beruhigen: „Der Heizer schaltet sich erst dann ein, wenn die Temperatur unter den von ihnen eingestellten Wert absinkt – ein intakter Heizstab heizt nicht ununterbrochen mit 100 Watt weiter.“ Da entspannte er sich dann gottseidank wieder.

Ein weiteres technisches Detail, das Kunden an den Rand der Verzweiflung treiben kann, ist eine gebrochene Keramikachse im Filter. Vielen Leuten ist nämlich nicht bewußt, daß bei vielen Innen- und Außenfiltern die Turbine bzw. der „Propeller“, der das Wasser pumpt, auf einer Keramikachse hängt. Ich weiß zwar selbst nicht genau, weshalb einige namhafte Hersteller, z.B. Eheim, ihre Pumpen nun nur mehr mit diesen zerbrechlichen Teilen bestücken und nicht mehr mit Metallachsen, aber vielleicht liegt der Grund ja in der Korrosionsbeständigkeit von Keramik begründet…außerdem kann man so ja auch wesentlich mehr Umsatz durch Ersatzteile erzielen. Jedenfalls kommen immer wieder besorgte Kunden mit ihrem streikenden Filter zu uns ins Zoogeschäft – bei der Begutachtung des Gerätes fällt dann nicht selten die gebrochene Keramikachse auf, welche üblicherweise rasch und einfach ersetzt werden kann.

Anglerlatein…

17. September 2009 at 18:36 | In Grundsätzliches | 2 Comments

Irgendwie wird bei allem, das mit Fischen zu tun hat, gerne geschummelt. Angefangen vom Hobbyfischer, der seinen 40cm-Karpfen gut doppelt so lang macht in seiner Erzählung, über die Aussagen diverser Zoofachverkäufer, daß sich Fische der Aquariengröße anpassen, bis hin zu den Fischnamen auf den Stocklisten der Großhändler.

Seit geraumer Zeit haben wir vermeintliche „Danio assamensis“ bzw. „Devario assamensis“ (Assam-Bärblinge) im Laden herumschwimmen…mit ebensolcher Bezeichnung übernahmen wir sie vom Großhändler. Nun habe ich mir einen Teil der Gruppe mit nach Hause genommen in der Hoffnung auf Zuchterfolge und mußte feststellen, daß dieser hübsche Fisch unmöglich ein Danio assamensis sein kann, denn dieser müßte rote Längsstreifen aufweisen. Meine Danios sind aber gepunktet und haben orange Flossen und so ergeben meine Recherchen, daß ich mir „Danio sp. khyatit“ (Kyathit-Bärbling) in seiner gepunkteten Variante (es gibt auch gestreifte) heimgeholt habe. Wie auch immer – ich hoffe, daß sich dieser wunderschöne Bärbling erfolgreich vermehren läßt, denn leider ist er noch nicht sehr verbreitet und daher sehr teuer. Während der äußerlich ähnliche Tüpfelbärbling beispielsweise um 1,50 Euro im Zoogeschäft zu erwerben ist, kostet der Khyatitbärbling das dreifache dessen, was bei einem Schwarmfisch verständlicherweise viele Kunden abschreckt, denn so käme eine Gruppe von 10 Tieren locker auf 45 Euro und das ist nicht gerade wenig. Interessant ist auch die Tatsache, daß alle Internetquellen unterschiedliche Endgrößen für diesen Fisch anführen – so soll er angeblich zwischen 3 und 6 cm erreichen, wobei ich dazu tendiere ihm eine Endgröße von mindestens 6cm zuzusprechen. In meiner Gruppe sind bereits einige Tiere, welche die 5cm-Marke schon längst geknackt haben und sicherlich auch noch mindestens die 6cm-Marke erreichen werden. Sogar bei Aquarium Glaser wird die Problematik, daß viele Fischarten, die noch nicht lange importiert werden, oft verwechselt werden, angesprochen. Insofern ist es sicher sinnvoll, wenn man als Käufer zu weniger bekannten Fischarten selbst noch eigene Recherchen durchführt – sonst bemerkt man gar nicht, welche Juwelen man unter Umständen in seinem Aquarium herumschwimmen hat. Im Fall der Khyatitbärblinge dürfte es auf jeden Fall erstrebenswert sein Nachzuchten zu erhalten, da bis dato wenige Nachzuchten im Umlauf sind und daher die meisten dieser Tiere aus natürlichen Gewässern importiert werden…dabei gilt die Zucht von Bärblingen als nicht allzu schwierig. Naja, ich werde ja sehen, wie es mir damit ergehen wird.

Brackwasserfische

9. September 2009 at 21:38 | In Grundsätzliches, Haltungstipps | Leave a Comment
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 Quelle: Sexecutioner/ flickr.com

In letzter Zeit bekamen wir einige Brackwasserfische von Privathaltern ins Zoogeschäft herein und da fiel mir auf, daß es eigentlich recht viele aquarientaugliche Fische für diese Form der Aquaristik gibt. Viele davon sollten allerdings in Becken mit erhöhter Glaskante bei abgesenktem Wasserstand gehalten werden, weil sie gerne springen können und einige brauchen sogar einen Landteil, der sich z.B. in einem Paludarium wunderbar einbauen ließe. Im folgenden möchte ich einige brackwassergeeignete Fische auflisten und erwecke vielleicht beim einen oder anderen auch das Interesse für diese speziellen Aquarienbewohner.

Der Schützenfisch (Toxotes jaculatrix) wird gerne in großen Paludarien zur Schau gestellt. Er jagt vorwiegend Anfluginsekten und kann sogar gezielte Spritzwasserattacken auf Insekten, welche auf überhängenden Blättern ruhen, abschießen.

Das Silberflossenblatt (Monodactylus argenteus) mag es gerne sehr salzig und verträgt problemlos einen Salzgehalt, der dem von Meerwasser nahe kommt. Die verschiedenen Arten der Flossenblätter werden zwischen 8 und 31cm groß, wobei die Endgröße im Aquarium etwas geringer ausfallen dürfte. Die Tiere brauchen eine Gruppe um sich wohl zu fühlen – sie gelten als nicht besonders wählerisch beim Futter, der Schwerpunkt liegt jedoch auf hohem Grünkostanteil.

Der Argusfisch (Scatophagus argus) zählt zu den größeren Arten, da er bis zu 38cm groß werden kann – er ist friedlich und gilt als Detritus- und Algenfresser. Mit seiner attraktiven Farbzeichnung „punktet“ er sprichwörtlich.

Ein weiterer großer Fisch für Brackwasser ist der sogenannte „Minihai“  bzw. Silberhai (Arius seemanni), der leider aufgrund seines attraktiven haiähnlichen Äußeren häufig in viel zu kleine Becken ohne Salzzusatz gesetzt wird. Seine erreichbare Größe liegt bei 45cm. Er friß gerne Lebend- und Frostfutter, läßt sich aber meist problemlos an absinkende Trockenfuttergranulate gewöhnen.

Der Schlammspringer (Periophthalmus barbarus) benötigt einen Landteil, in dem er auch eine Höhle im Uferbereich wühlen kann, und er sonnt sich gerne unter der Beleuchtung. Es handelt sich dabei um einen skurrilen Fisch, der sehr zutraulich werden kann. Mit Artgenossen ficht er oft heftige Revierkämpfe aus, was man bei der Aquarienhaltung beachten sollte. Er frißt gerne Lebendfutter (kleine Fische, Anfluginsekten, Mückenlarven) und Frostfutter.

Vieraugen (Anableps anableps) schwimmen immer an der Wasseroberfläche – mit ihren geteilten Pupillen können sie über und unter Wasser gleichermassen gut sehen. Die Nahrung wird von der Wasseroberfläche genommen, wobei sich diese Art auch sehr gut an Trockenfutter gewöhnen läßt und vor der Fütterung schon immer eifrig vor der Aquarienscheibe hin und her schwimmt. Vieraugen können in der Gruppe gehalten werden und erreichen mit etwa 25 cm ihre maximale Endgröße, was jedoch angesichts ihrer schlanken Gestalt nicht so üppig erscheint.

Die Goldringelgrundel existiert in vier optisch zum Verwechseln ähnlichen Arten. Mit ihren 4-4,5cm Endgröße ist sie für kleinere Brackwasserbiotope geeignet und kann beispielsweise mit verschiedenen Lebendgebärenden vergesellschaftet werden, da sie keine besonders hohe Aufsalzung benötigt. Sie nimmt Lebend- und Frostfutter an, jedoch kann man diesen lustigen Fisch im Sträflingsgewand kaum für Tockenfutter begeistern.

Segelkärpflinge (Poecilia velifera) und Mollys (Poecilia sphenops) können gut mit oben genannter Goldringelgrundel vergesellschaftet werden, allerdings sollte man dann darauf achten, daß der Anteil an Grünkost in der Nahrung angesichts der fleischeslustigen Grundeln nicht zu kurz kommt.

Der Indische Glasbarsch ist ein weiterer guter Gesellschafter für die Grundeln – jedoch ist er aufgrund seines ausschließlichen Bedürfnisses nach Lebendfütterung eher ein Fisch für routiniertere Aquarianer.

Übersichten: http://www.grundeln-schlammspringer.de/liste.html, http://www.zierfischverzeichnis.de/wasser/brackwasser.htm

Ausfallsquoten bei Zierfischimporten

29. August 2009 at 18:51 | In Denkwürdiges, Grundsätzliches, Paradigmen der Aquaristik | 2 Comments

 Quelle: Nemo´s great uncle/ flickr.com

Ich habe ja schon einmal das Thema „Mitschuld-Teilschuld-Unschuld„  aufgegriffen um einen Blick auf die Massenware Zierfisch und die kommerziellen Aspekte der Aquaristik zu werfen. Wer ist nun wirklich beteiligt daran, daß Zierfische in Massen gezüchtet oder wild gefangen werden um sie zu leistbaren Preisen an den Kunden zu bringen ohne Rücksicht auf Verluste in punkto Fischgesundheit und Tierschutz?

Greenpeace schreibt, daß laut den Berichten  Washingtoner World-Watch-Institutes jährlich etwa 500-700 Millionen Fische dem Meer entrissen werden, wovon viele bereits durch die Fangmethoden (Cyanid), als auch durch den Transport versterben. Klaus Lüdke, Berlins Tierschutzbeauftragter, fordert übrigens ein Importverbot von Zierfischen, da er davon ausgeht, daß 90% aller Zierfische am Transport verenden würden. Auch Pro wildlife und die Akademie für Tierschutz  schreiben von 50-70% Verlusten (voneinander abgeschrieben ;-) ). Ist es wirklich so, daß die Transporte so hohe Ausfälle verursachen? Das sind natürlich horrende Zahlen, was jedoch ist die Realität?

Der VDA (Verband deutscher Vereine für Aquarien- und Terrarienkunde eV) hat dazu recherchiert und einen interessanten Artikel dazu herausgegeben. Axel Ploeg zitiert darin eine Untersuchung von Olivier (2001), in der von Ausfallsquoten von etwa 25-40%  in verschiedenen Stufen der  Transportkette die Rede ist, was angeblich zu einer Gesamtsterberate von 73% führen soll. Ploeg hält diese Quote für absolut unwahrscheinlich und bezieht sich unter anderem auf folgende Schweizer Studie von Christine Weber (2001):

Christine Weber hat für das Bundesamt für Veterinärwesen der Schweiz einen Artikel über „Die Einfuhr von Zierfischen in die Schweiz“ geschrieben, nachdem sie die Importe von Aquarienfischen untersuchte. Dabei fand sie heraus, daß bei den Süßwasserfischen circa 62% als Nachzuchten deklariert waren, etwa 26% als Wildfänge ausgewiesen waren und bei circa 12% der Fische die Herkunft unbekannt war. Bei den Salzwasserfischen sah die Verteilung wieder anders aus – bei etwa 61% galt die Herkunft als unklar, fast 32% waren als Wildfänge deklariert und nicht einmal 7%  entstammten einer Nachzucht.

Interessant ist auch, daß fast die Hälfte aller importierten Fische Salmler sind, wobei der Rote Neon wiederum mehr als die Hälfte dieser Sparte ausmacht. Was die Herkunft des Roten Neons anlangt, so wird er mit fast 80% als Wildfang ausgewiesen, etwa 13% entstammten unbekannten Quellen und lediglich 7% wurden aus Zuchtanlagen entnommen. Der rote Neon gilt somit als der meistimportierte Süßwasserfisch.

Frau Weber eruierte übrigens auch den Zustand von 10 Fischsendungen, wobei knapp 6 als „in gutem Zustand“ bewertet wurden, 3 Sendungen enthielten Fische in gutem, als auch in schlechtem Zustand und in einer Sendung befanden sich die Tiere in sehr schlechtem Zustand. Interessant auch die Ausfallsraten der Transporte: bei den Salzwasserfischen ergab die Ausfallsquote auf dem Transport etwa 6,25%, bei den Süßwasserfischen lediglich 1,56%. Als einer der Hauptgründe für Verluste sind sicherlich Verspätungen im Warenverkehr (z.B. Flugzeugverspätungen,…) zu werten, eine weitere Ursache kann in einigen Fällen zu hohe Packdichte sein und besonders bei den empfindlichen Salzwasserfischen können Probleme bei der Temperierung für Verluste sorgen. Nach der Ankunft der Tiere verstarben noch weitere ca. 3% innerhalb der ersten fünf Tage. Wie man erkennen kann, so hält sich die Ausfallsrate beim Transport, d.h. vom Exporteur zum Importeur, einigermassen in Grenzen. Die Importeure der genannten Untersuchung konstatierten: Kein Geschäft könne sich über längere Zeit halten, wären die Verluste in den Lieferungen derartig groß. (S. 22)

Axel Ploeg verweist im oben erwähnten VDA-Artikel durch verschiedene Quellen (Weber 2001, Vinke 1999, Verhoff 2003, Chao 2003) auf Gesamtraten an Transportverlusten, die von 0,15 bis 0,47% reichen. Auch Harry Hyronimus greift das Thema „Fakten zur Sterblichkeit von Fischen vom Fang bis zum Aquarianer“  in aufschlußreicher Art und Weise auf . Ich denke, daß die Ausfallsraten bei Zierfischen – ich möchte mich hierzu aber auf Süßwasseraquaristik eingrenzen – am Transport wirklich verhältnismäßig gering sind und, daß alles jenseits einstelliger Prozentzahlen ins Reich der Urban Legends zu verweisen ist. Ich vermute, daß die höchsten Zahlen einerseits vor dem Transport beim bzw. kurz nach dem Fang, sowie bei der Hälterung im Zoogeschäft zu suchen sind, allerdings weit übertroffen von der Mortalitätsrate beim Endkunden. Tatsache ist: im häuslichen Aquarium dürfte die Rate an frühzeitigen/unnatürlichen Todesfällen bei weitem am höchsten sein. Was die Ausfälle in Zoogeschäften betrifft, so hatte ich dazu ja schon einmal im vergangenen Jahr gebloggt – wenn aquaristisch geschultes Personal in der Betreuung der Aquarien beteiligt ist, so halten sich nämlich auch hier Sterbefälle in Grenzen. Allerdings muß ich den Endkunden, also den Aquarianer, ein wenig in Schutz nehmen – es ist zwar so, daß viele Krankheits- und Todesfälle durch eigene Unwissenheit und Fehler verursacht werden, allerdings ist auch zu beachten, daß er sie nach all den Strapazen durch Fang, Transport und Zwischenhälterung dann aber auch am längsten herumschwimmen hat. Und so sterben Fische nicht immer nur vor Ablauf ihres erreichbaren Lebensalters – viele erreichen diese hohe Lebenserwartung überhaupt erst beim Endkunden im sicheren Aquarium ohne Feinddruck…welcher Neonsalmler würde in der Natur denn überhaupt 8 oder 10 Jahre alt?

Gefühlte 80°Celsius

20. August 2009 at 18:28 | In Grundsätzliches | 3 Comments
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Gestern und heute hatte es hier etwa 35°Celsius, was dazu führte, daß hier im Geschäft durch die Verdunstung eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit herrscht. Bei gefühlten Dampfbadtemperaturen frage ich mich allerdings schon, weshalb es doch soviele Leute gibt, die bei diesen Temperaturen, noch dazu in der prallen Mittagshitze, Fische und auch Frostfutter kaufen gehen. Im Moment haben wir fast den ganzen Tag die HQI-Brenner unserer Schaubecken, sowie die Wärmespots unserer Terrarienanlage abgeschaltet, weil es einfach nicht mehr tragbar ist. Sogar ohne Heizstäbe erreichen die Aquarien der obersten Reihen unserer Aquarienblöcke gut 31°C – ich hoffe sehr, daß es bald ein wenig abkühlt, sonst befürchte ich bald Hitzetote in unseren Verkaufsbecken.

Riesenplanarie

17. August 2009 at 21:15 | In Grundsätzliches | 2 Comments
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Ich habe vor einigen Tagen im Geschäft eine Riesenplanarie gefunden…zumindest sollte sie aus der Planarienverwandschaft stammen, selbst wenn ihr der typische dreieckige Kopf fehlt. Aber vielleicht hat jemand sogar eine Idee, welche Art es konkret ist – ich glaube die Bestimmung dürfte bei den vielen hunderten verschiedenen Arten dieser Strudelwürmer recht schwierig sein. Irgendwie sind diese skurrilen Tiere interessant – schon alleine ihre Fortbewegung ist sehr lustig zu beobachten, außerdem gibt es sie in verschiedenen Farben von weiß bis braun, und sie fressen so gut wie alles. Mich wundert ja nur, daß noch niemand auf die Idee gekommen ist winzigkleine Planarienbecken zu pflegen…ich denke, ein halber Liter müßte als Mindestbeckengröße mehr als ausreichend sein, ein Filter wäre wohl überflüssig.

Hier ein paar Aufnahmen auf Millimeterpapier:

können hamster mit mäusen babys bekommen

13. August 2009 at 18:23 | In Grundsätzliches | Leave a Comment

Heute schien in meinem Blog eine eigenartige Frage in den Suchbegriffen auf: können hamster mit mäusen babys bekommen

Dem Fragesteller war die Frage wohl sehr ernst, denn er stellte sie offenbar ganze 3 mal. Ich möchte sie kurz beantworten: Nein, Hamster können mit Mäusen keine Babies bekommen – Sie brauchen sich also keine Sorgen wegen etwaiger Hybriden wie Maushamster oder Backentaschenmäusen machen. Sie sollten allerdings aufpassen, daß sich die verschiedenen Nager bei einem Aufeinandertreffen keine Verletzungen zufügen und keinesfalls sollten Sie sie zusammen im selben Käfig halten.

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