Blaualgenbekämpfung: Dunkelkur und Nixkraut

16. August 2009 at 13:38 | In Hilfreiches | 1 Comment
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 Quelle: Cyano CBF/ flickr.com

Blaualgen im Aquarium zu haben ist eine fürchterlich lästige Angelegenheit – diese als vermeintliche Algen getarnten Bakterien können selbst das gepflegteste Aquarium nach kurzer Zeit sehr unansehnlich und sogar für Fische fast schon unbewohnbar machen, dabei hatten Blaualgen/Cyanobakterien in der Ursuppe großen Einfluß auf die Enstehung allen höheren Lebens auf unserem Planeten:

Vor 2,5 Milliarden Jahren veränderten die sich massenhaft im Wasser verbreitenden Cyanobakterien die Lebensbedingungen auf der Erde entscheidend. Die winzigen Bakterien nutzten das Sonnenlicht zur Photosynthese und setzten als Abfallprodukt Sauerstoff frei. Diese massenhafte Produktion von Sauerstoff bewirkte die chemische Umwandlung der sauerstofflosen Gashülle in die für die Fortentwicklung von Leben außerhalb des Wassers notwendige Atmosphäre. http://de.wikipedia.org/wiki/Cyanobakterien

Wenn Kunden mir von einer Algenplage im Aquarium berichten, so versuche ich immer erst einmal abzuklären, welche Algen überhaupt vorliegen oder ob es sich doch um Cyanobakterien handeln könnte. Blaualgen lassen sich am besten an ihrer schmierigen Konsistenz von anderen grünen Plagen unterscheiden – sie überziehen großflächig das Interieur des Aquariums, lassen sich jedoch im Gegensatz zu echten Algen leicht abwischen. Was die Beseitigung anlangt, so muß ich unsere Kunden immer enttäuschen, da mir kein Wasserzusatz bekannt ist, der Blaualgen auf schonende Weise zuverlässig entfernt. Meist ernte ich dann lange, enttäuschte Gesichter, da die meisten unserer Kunden am liebsten für einige Euros ein Mittel kaufen, das ihr Problem auf einfache Art und Weise beseitigt…ich denke, das ist ja auch der einzige Grund, weshalb viele Wasseraufbereiter sich so gut verkaufen, denn solange sie versprechen die „Anzahl der Wasserwechsel“ zu reduzieren, ist alles gut und beruhigend fürs Gewissen, wenn man wieder mal einen Wasserwechsel verschlampt hat.

Wenn es um Blaualgenbekämpfung geht, so berichte ich unseren Kundschaften gerne von der Dunkelkur, die mein Bloggerkollege Aquamax sehr gut erläutert. Viele versuchen es dann auch damit, daß  sie nach einem großzügigen Wasserwechsel für etwa 5-6 Tage das Aquarium abdunkeln und haben dadurch Erfolg. Leider jedoch kehren die Blaualgen oft nach einigen Wochen oder Monaten wieder zurück und dann verlieren die Leute das Vertrauen in diese probate Blaualgenbekämpfungsmethode.

In unseren 120 Aquarien gibt es eine Handvoll, in denen wir auch mit einer dauerhaften Blaualgenplage zu kämpfen haben. Da wir ja nun in einem Zoogeschäft nicht einfach Teile der Anlage abdunkeln können, versuche ich mich nun an anderen Lösungsstrategien und dabei kam mir unlängst das dankbare Nixkraut zu Hilfe. Da wir gerade Unmengen dieser schnellwüchsigen Pflanze zur Hand hatten, verteilte ich sie auf einige der Becken und stellte fest, daß sich in den blaualgenverseuchten Aquarien Erstaunliches beobachten ließ. Die Blaualgen, die offenbar gut durchströmte Beckenbereiche schätzten, siedelten sich auf den lose in der Strömung treibenden und rotierenden Nixkrautbüscheln an und gaben ihre Bodenhaftung auf – der Boden, sowie die Seitenscheiben in meinem Testbecken sind inzwischen komplett blaualgenfrei, lediglich an der hinteren Wand nahe des Filters befinden sich noch Stellen, die von Blaualgen besiedelt sind. Ich habe nun wiederholt die mit Blaualgen befallenen Nixkrautbündel aus dem Aquarium entnommen und gegen frisches Nixkraut ersetzt – nun, nach einigen Wochen sieht die Sache schon sehr vielversprechend aus und ich bin zuversichtlich, daß es tatsächlich möglich ist Blaualgen mittels Nixkraut langfristig wahrscheinlich sogar für immer aus dem Aquarium zu entfernen.

Eine Userin in einem Forum schreibt: In einem andern AQ bilden sie sich gerne zwischen den Schwimmpflanzen (vorallem Muschelblumen). Da herrscht wenig Wasserbewegung. Von da gehen sie in dichte Wolken von Nixkraut oder Hornkraut über wo ebenfalls kaum Strömung herrscht.
Ich denke, man kann das nicht so ganz akzeptieren - Blaualgen treten meiner Beobachtung nach nämlich nicht bevorzugt in sauerstoffarmen Beckenzonen auf, sondern eher in gut durchströmten – vielmehr habe ich das Gefühl, daß sie sauerstoffärmere Zonen nur dann als Siedlungsfläche wählen, wenn kein geeigneteres Subtrat dafür im restlichen Becken vorhanden ist. Unter diesem Gesichtspunkt ist es nämlich auch verständlich, daß Blaualgen beispielsweise auch gerne stark verkrautete Schwimmpflanzenzonen aufsuchen oder in schwach bis gar nicht bepflanzten Becken den Kies als Siedlungsfläche wählen. Was aber sicher stimmt ist, daß schnellwüchsige Pflanzen wie das Nixkraut eine ideale Siedlungsfläche für Blaualgen darstellen und diese regelrecht magnetisch anziehen.

Welche Erfahrungen könnt ihr mir zur Blaualgenbekämpfung berichten? Ich würde mich über eure Meinung freuen :-)

Trinkflaschen reinigen

7. Juni 2009 at 21:22 | In Hilfreiches | Leave a Comment
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Viele Nagerhalter kennen das Problem, daß die Trinkflaschen ihrer Tiere selbst mit Flaschenbürsten sehr schwer zu reinigen sind. Daher hat mir jemand einen praktischen Tipp verraten, den ich euch hier weitergeben möchte. Man füllt einfach etwas groben Sand oder ein Händchen voll Kieselsteinchen in die Flasche, Wasser drauf und feste schütteln – und schon ist die Flasche innen wieder blitzsauber. :-)

Nitrit im Aquarium

1. Juni 2009 at 19:34 | In Hilfreiches | 3 Comments
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Stefanie Zapfe hat einen wirklich guten Blogartikel über Nitritvergiftungen und ihre Auswirkungen erstellt. Sie erklärt uns dabei genau, welche Prozesse im Stoffwechsel eines Fisches durch die Einwirkung des Nitrits gestört bzw. behindert werden. Danke, Stefanie, für diesen großartigen Beitrag – so gut hat das, glaube ich, noch nie jemand erklärt.

Was sollte man als Aquarianer unternehmen, wenn man feststellt, daß der Nitritwert im Wasser erhöht ist und man den sogenannten Nitritpeak erlebt? Bereits ab Messwerten von 0,1 – 0,2 mg/L besteht für empfindliche Fischarten ein ernstzunehmendes Risiko und deshalb muß sofort ein großzügiger Teilwasserwechsel (>60%) mit temperiertem Wasser eingelegt werden, den man am besten in den darauffolgenden Tagen noch mehrfach wiederholt. Außerdem muß man die Sauerstoffversorgung im Aquarium optimieren, z.B. indem man eine stärkere Oberflächenströmung oder eine Durchlüftung mittels Membranpumpe einsetzt. Ein leichtes Aufsalzen mit unjodiertem Speisesalz oder mit Meersalz kann zudem Folgeschäden durch Nitrit ein bißchen abfedern, weil es sich günstig auf die Osmoseregulation im Fischkörper auswirkt. Und wer auf Nummer sicher gehen möchte, kann auch noch ein denitrifizierendes Bakterienpräparat (z.B. Sera Nitrivec) zugeben , wobei auf die Wasserwechsel trotzdem nicht verzichtet werden darf.

Pimp my 54L-Einsteigerset

28. März 2009 at 23:03 | In Hilfreiches | 2 Comments

Fast jeder kennt sie, die 54-Liter-Einsteigersets mit ihren Maßen von 60×30x30 und ihren schaumstoffgefüllten Innenfiltern. Sie sind die typischen Fix-mich-an-Billigsets, die man mindestens 1mal jährlich sogar bei großen Lebensmitteldiscountern im Angebot kaufen kann – meist sind sie auch noch gut bestückt mit Wasseraufbereitern und Futterproben namhafter Hersteller, und auch der Filter und der Heizstab stammen oft von etablierten Marken.

Wenn man als Aquarienneuling nicht bereits nach kurzer Zeit das Handtuch geworfen hat und irgendwann das Einsehen hat, daß ein solches Aquarium einfach keinen Platz für Skalare & Co. bietet, dann kommt man nicht umhin die Pfütze zu vergrößern. Viele Leute steigen also schlußendlich um auf ein etwas größeres Set und investieren auch sehr viel Geld dafür… und oft verschenken sie das kleine 54er gleich an den nächsten Aquarienneuling oder behalten es in Reserve zur Aufzucht diverser Jungfische. Nicht selten jedoch findet man aber für das kleine Aquarium dann keine Verwendung mehr, was sehr schade ist, da die Technik meist recht funktional und oft gar nicht mal von schlechter Qualität ist. Dabei könnte man eigentlich auch einfach die Abdeckung und Technik dieses Sets mit einem neuen Glaskorpus weiterverwenden, wenn es die jeweilige Tragkraft des Unterschrankes zuläßt…die günstigste Möglichkeit sich von einem 54Liter-Set auf ein fast doppelt so großes Volumen zu erweitern bestünde insofern einfach darin, daß man sich beim Zoofachhandel einen neuen Glaskorpus mit derselben Grundfläche bestellt, z.B. 60×30x50. Man spart dadurch einiges an Geld, denn die Technik (Aquarienabdeckung inkl. Beleuchtung, Filter und Heizstab) könnte man dann ohne weiteres weiterverwenden. Auch die meisten Aquarienunterschränke und Massivholzkommoden sind soweit belastbar, daß man sie vermutlich weiterverwenden kann. Nur, wer wirklich lichtintensive Pflanzen einsetzen möchte, der müßte an der Beleuchtung noch etwas verbessern, aber ich würde mal sagen für Vallisnerien und andere unempfindliche Pflanzen reicht auch die Beleuchtung der alten Abdeckung.

Lufthebefilter

28. Januar 2009 at 11:40 | In Hilfreiches | 2 Comments
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Ich habe mir Aquablogs tolle Anleitung zum Bau eines Lufthebefilters zur Brust genommen und für ein kleines 12-L-Aufzuchtbecken einen kleinen Filter gebaut. Dazu mußte ich nur einen dünnen Luftschlauch in einen dickeren Schlauchrest einführen, das ganze in eine kleine Plastikdose stecken und mit ausgedienten Filterschwammstücken ausfüllen…Kostenpunkt insgesamt nicht mal 1 Euro, da ich die Teile bereits in meiner Aquarien-Kramkiste herumliegen hatte. Da ich auch die Luftpumpe bereits zu Hause hatte, fällt auch diese nicht mehr in die Kostenkalkulation hinein. Hier das Ergebnis:

 

Bilder: Fischtante

Von Ammenmäusen und dem Mäuseparadies

29. Dezember 2008 at 20:42 | In Hilfreiches, Tiergeschichten | Leave a Comment
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Quelle: jedibamf/ flickr.com

Bevor das alte Jahr sich nun dem Ende zuneigt, noch zwei kleine, aber sehr positive Notizen:

Die Sache mit unseren Ammenmäusen funktioniert wunderbar – da wir einige hochträchtige weiße Mäuseweibchen in einer Futtermauslieferung vor einigen Wochen dabei hatten, nahmen wir diese aus dem großen Käfig heraus und setzten sie separat in einen kleineren Käfig damit sie dort ungestört werfen können. Wie auch schon bei früheren Versuchen, gelang es auch diesmal wieder wunderbar den Mäusemüttern fremde Babies zu ihren eigenen dazu unterzujubeln um die sie sich auch alle gemeinsam kümmerten. Dabei ist es ihnen egal, daß sie dann nebst ihren eigenen Kindern auch die fremden Babies mitsäugen und es ist sogar egal, daß einige größer und älter sind als die anderen, welche womöglich gerade erst geboren wurden. Um ständig lebende Babymäuse für Reptilienhalter als Futter lagernd zu haben, sind wir ja gezwungen auch jede Woche Babymäuse vom Großhändler zuzukaufen. Wenn die Kunden dann nicht bereits am Anlieferungstag kommen um die Mäuschen zu holen, dann verenden sie leider immer wieder qualvoll in den darauffolgenden Tagen, sei es durch Kälte oder Durst und Hunger. Umso mehr freue ich mich, daß die Ammenmaus-Sache so wunderbar funktioniert – so packen wir die angelieferten Babymäuschen direkt nach der Anlieferung ins warme, weiche Nest zu den anderen Babies und ihren (Zieh-)Müttern, von denen sie dann gleich angenommen und umsorgt werden. Es ist schon ein drolliger Anblick, wenn man in das Nest reinsieht, wo sich die drei oder vier Muttis mit ihren vielen Kindern und Ziehkindern in verschiedener Größe auf einem Haufen zusammenkuscheln

Eine andere Mausgeschichte, die mich sehr berührt: ein junges Paar kam in den Laden um sich über Rennmäuse zu informieren. Gerade, als ich den Leuten erklärte, daß man diese Nager gut in ausgedienten Aquarien halten könne, weil man darin die Einstreu schön hoch aufschütten kann, kam ein anderer Herr in den Laden und meinte, er wolle sich aquarientechnisch verkleinern, daher wollte er fragen, ob wir ihm eventuell sein gebrauchtes Aquarium abkaufen möchten. Es hätte etwa die Maße 150 x 50 x 60cm. Da wir weder einen Lieferwagen besitzen um so ein großes Becken abholen zu können, noch uns das Geschäft selbst sabotieren möchten (wir verdienen am Verkauf von Neuware ja wesentlich mehr und können dann auch Garantien geben und einhalten), verbandelte ich den Herrn gleich mit den Mäusehaltern-in-spe. Diese fuhren dann auch sofort mit dem Mann zur Aquarienbesichtigung. Einige Wochen später kamen sie wieder um einiges an Zubehör wie etwa Häuschen und Einstreu zu kaufen – sie berichteten mir, sie hätten das Aquarium schließlich günstig erstanden (um etwa 50 Euro) und schon eine richtige Abenteuerlandschaft für die künftigen Bewohner eingebaut. Das nenne ich ein Mäuseparadies :-)

Magische Mineralien gegen Wassertrübungen

17. Dezember 2008 at 17:43 | In Hilfreiches | 3 Comments
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In einem unserer Barschbecken hatten wir eine chronische Bakterienblüte – immer, nachdem wir einen Wasserwechsel durchführten verschlimmerte sich die Trübung paradoxerweise und wir konterten der Trübung, welche vermutlich durch Bakterien hervorgerufen wurde, mit Lichtabstinenz und sparsamster Fütterung. Die Fische, die in dem Becken lebten, waren in reichlich schlechtem Zustand, da ihnen die Trübung, als auch die Gegenmaßnahmen sichtlich zusetzten. Alles in allem war das betreffende Aquarium unser unattraktivstes Becken.

Unlängst bekamen wir jede Menge neuer, großer Malawibuntbarsche, die wir in einem anderen Becken einquartierten, das dadurch aus allen Nähten platzte und ich mußte einen Teil der Fische in das getrübte Becken setzen. Ich entschloß mich jedoch im Vorfeld noch einmal großzügig Wasser zu wechseln und dem Becken mittels „Akashi Koi Magic Mineral“ eine Kur zu verpassen. Das Ergebnis war verblüffend: seit der Zugabe des Mineralpulvers, blieben die chronischen Trübungen aus und das Becken ist nun wieder ein ausgesprochener Blickfang. Auch die Fische wirken wesentlich vitaler.

Akashi Koi Magic Mineral“ von Dennerle steht im Ruf diesselbe Wirkung zu besitzen wie das „flüssige Filtermedium“ Easy Life, das ja angeblich Bakterien und Schwebstoffe bindet und dadurch Trübungen verhindert. Der Clou ist jedoch, daß die Ausbeute des Magic Mineral-Pulvers letztlich um ein Vielfaches höher ist als etwa eine Großpackung der Easy Life-Lösung und dadurch ist das Magic Mineral-Pulver letztlich um sehr vieles günstiger. Daß es sich dabei um ein Präparat für Koiteiche handelt und nicht um ein Produkt für Aquarien ist für das Ergebnis unrelevant.

Ein Rechenbeispiel: Bei Easy Life verabreicht man 10 ml auf 30 Liter Wasservolumen, das heißt, eine 500ml Flasche reicht für 1.500 Liter und kostet etwa 13 Euro. 550 Gramm Koi Magic Mineral-Pulver reichen für 44.000 Liter (Teich)Wasser und kosten ebenfalls etwa 13 Euro. Wie man sieht, macht es speziell für Großbeckenbesitzer Sinn lieber zum Magic Mineral-Pulver zu greifen, während es für kleine Becken vermutlich wesentlich praktikabler ist, weiterhin das bewährte Flüssigfiltermedium Easy Life zu benützen.

Häutungsprobleme und andere Gesundheitssachen

21. Oktober 2008 at 20:49 | In Hilfreiches | Leave a Comment
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 Quelle: keith´power shot/ flickr.com

Unser Goldgecko hier im Zooladen litt seit fast zwei Wochen an Häutungsproblemen, die mit der Erhöhung der Luftfeuchtigkeit leider nicht in den Griff zu kriegen waren, daher mußte ich ihm nun aktiv helfen. Der Arme konnte nicht einmal mehr die Wand im Terrarium hochklettern, weil seine Haftpolster an den Füßen noch mit der alten Haut bedeckt waren, und über den Augen wollte sich die Haut auch nicht ablösen, sodaß er auch nicht viel sehen konnte und letztlich nur mehr am Boden herumsaß.

Gestern und heute setzte ich ihn schließlich für jeweils eine Viertelstunde in eine Plastikbox, die bodenbedeckt mit lauwarmem Wasser bedeckt war – ich stellte die Box so hin, daß sie nahe einer Lampe war, deckte sie aber zum Lichtschutz mit einem Tuch ab – so stand sie warm und das Wasser verdampfte auch leicht in der mit Luftlöchern versehenen Box. Dieses Prozedere weichte die alte Haut gut an, sodaß sie sich danach mit einer abgerundeten Pinzette Stück für Stück sanft ablösen ließ – was sich nicht leicht ablösen ließ, blieb vorerst erst mal dran. Auf die Augen schmierte ich Baneocin-Salbe (eine antibiotische Wundsalbe) – alternativ dazu ließe sich auch Vaseline verwenden. Nach einigen Stunden „Einwirkzeit“ war es mir möglich die alte Haut über den Augen vorsichtig abzulösen – eigentlich wäre das eine Aufgabe für den Tierarzt, aber der kommt ja leider nicht täglich zu mir in den Laden und daher muß man sich in diesem Job einiges an Handwerkszeug selbst anlesen und erarbeiten. (Wenn jemand übrigens ein ähnliches Problem hat, so rate ich dringend zum Tierarztbesuch – man kann dem Tierarzt allerdings die Arbeit erleichtern, wenn man einige Stunden zuvor die Augen eines Reptils, das derartige Häutungsprobleme aufweist, dick mit Vaseline beschmiert – das löst die verklebte alte Haut besser ab.) Man merkte dem Gecko anschließend an, daß er froh war, endlich wieder etwas sehen zu können. Als Stärkungssnack bekam er nachmittags schließlich noch eine Wachsmottenlarve.

Die nächsten Patienten standen jedoch schon in meiner Warteschleife: zwei Meerschweinchen mit Augenentzündungen…leider eine Gesundheitsproblematik, die in dichter besetzen Käfigen oder auch durch recht staubendes Heu/Streu mitunter vorkommt. Auch hier kam vorweg warmes Wasser zum Einsatz um die Verklebungen an den Augen aufzuweichen und die Augenprtie zu reinigen…anschließend gabs die vieleitig einsetzbare Baneocinsalbe aufs Aug´ geklatscht . Nicht, daß ihr jetzt meint, ich therapiere da ins Blaue…solche Fälle bespreche ich zumeist mit unserem Haustierarzt, wenn er uns eine Visite abstattet :-)

Terrarien-Neueinsteiger

4. Oktober 2008 at 21:58 | In Hilfreiches | Leave a Comment
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Auf Jano-K´s Terraristikblog fand ich einen Verweis zu einer neuen Plattform für Terraristik-Neueinsteiger: http://www.neueinsteiger.eu/

Zitat: Wir wollen mit diesen Internetseiten versuchen den Neueinsteigern den Weg in die Terraristik zu erleichtern und anhand von Erfahrungswerten aufzeigen, auf was man achten sollte und was man besser nicht macht.
 

Lebendfuttergewinnung am Balkon

17. August 2008 at 21:38 | In Hilfreiches | Leave a Comment
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Nachdem Bernd Kaufmann das Thema Lebendfutter aus dem Garten noch einmal aufgegriffen hat ( http://aquamax-weblog.blogspot.com/2008/08/lebendfutter-mckenlarven-wasserflhe-co.html ), wollte ich euch noch von meinem Balkontümpel berichten – einer Möglichkeit wertvolles Lebendfutter auch am Balkon zu ziehen, wenn man keinen Garten hat. Leider habe ich zur Zeit kein Foto zur Hand, weil ich das Ding beim Umzug vor zwei Monaten abgebaut hatte, aber die Beschreibung ist sehr einfach:

Man nehme einen etwa 30 Liter (oder mehr) fassenden Bottich, befülle ihn mit Wasser und stelle ihn im Frühjahr auf den Balkon, am besten dort, wo zumindest für 2-3 Stunden etwas Sonne hinkommt (aber auch nicht gerade dorthin, wo er den ganzen Tag komplett überhitzt wird). Bereits nach kurzer Zeit finden sich die ersten Bewohner ein – zumeist erst einmal Algen und ihnen folgend schließlich jede Menge an Kleinstlebewesen wie etwa Daphnien (Wasserflöhe) oder sogar Cyclops, wenn die Temperaturen schließlich steigen. Als nächstes folgen schließlich Mückenlarven jeglicher Art wie etwa schwarze und rote Mückenlarven – sogar die Larven der Mistbienen (Eristalis tenax, Gemeine Schlammfliege) waren im vorigen Jahr meine Gäste…allerdings nicht lange, denn dann verfütterte ich sie meinen Schmetterlingsfischen (Pantodon buchholzi).

  Quelle: snappycat/ flickr.com

Den Balkontümpel kann man ganzjährig stehen lassen – jegliches Leben, das hier im Winter unter Umständen einfriert, kommt im Frühling von alleine wieder. Wasser wechseln braucht man nicht – wenn der Regen hier nicht von selbst bereits genug assistiert, reicht es im allgemeinen, wenn man einfach hie und da verdunstetes Wasser nachfüllt. Empfehlenswert ist es eine Teichpflanze einzusetzen (die kann man zu diesem Zweck auch gerne im Pflanzkorb einsetzen), damit Bienen oder andere Fluginsekten nicht ertrinken, falls sie ins Wasser fallen. Das Einbringen einer Wurzel lohnt sich, wenn man erfolgreich Rote Mückenlarven gewinnen möchte – diese halten sich gerne in ihren „Schlammummäntelungen“ auf Totholz auf und lassen sich dort absammeln. Abfischen kann man das Lebendfutter wie etwa die Mückenlarven oder Daphnien z.B. mit einem Artemiensieb – gerade, wenn die Sonne etwas ins Wasser scheint, halten sich die Bottichbewohner gerne an der Oberfläche auf (z.B. schwarze Mückenlarven) – wenn man also regelmäßig alle 2 Tage „ernten“ geht, freuen sich nicht nur die Aquarienfische, sondern es kommt auch zu keinem erhöhten Aufkommen von Stechmücken, da sich die Larven nicht fertig entwickeln können.

Weitere Bilder und Tipps zu Tümpel-Futter gibt es hier: http://www.tuempeln.de/futter/0lebendfutter.html

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