Mann lernt nie aus…

30. September 2009 at 20:34 | In Skurriles | 3 Comments
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 Quelle: PhiJu/ wikipedia.com

Als heute die bestellte Lieferung an Kleingetier im Zoogeschäft einlangte, stand ich mit einer Bekannten draußen am Parkplatz. Als wir gerade unser Gespräch beendeten, kam mein Chef mit einer Schachtel aus der Ladentür und meinte: „Ich muß euch etwas zeigen.“ Er nestelte geheimnisvoll an der Pappschachtel herum, worauf meine Bekannte und ich einen kleinen Schritt zurück traten und besorgt fragten: „Das ist aber wohl hoffentlich nichts das uns anspringt, oder?“

Cheffe meinte: „Aber nein, die hopsen höchstens ein kleines bißchen.“ und dann hob er erwartungsvoll den Deckel des Kartons hoch und….und HUSCH! weg war sie! Ein kleiner brauner Vogel flog in hohem Bogen aus seinem Gefängnis hervor und schoß gut 20 Meter über die Strasse unter ein parkendes Auto. Ich war verwirrt und dachte im ersten Augenblick, ob mein Chef uns einen Streich spielen wollte indem er einem Sperling die Freiheit gönnte. Zuzutrauen wäre es ihm nämlich, da er die Käfighaltung von Vögeln nicht leiden kann (was auch der Hauptgrund dafür ist, daß wir im Geschäft keine Vögel führen). Ich starrte verdutzt meine Bekannte an und erntete einen identischen Blick von ihr, dann stierten wir fassungslos meinen Boss an. Er warf uns einen ebenso entgeisterten Gesichtsausdruck zurück und stammelte: „Die können ja fliegen!“

Dann erläuterte er, daß der Flüchtling eine Wachtel gewesen sei und flugs eilte ich mit ihm in den Laden um die großen Fischkescher zu holen. Meine Bekannte versuchte einstweilen zu verhindern, daß der verschreckte Vogel zurück auf die Strasse flatterte. Wir beeilten uns mit den Fischnetzen zurück zum Schauplatz und konnten die Wachtel dann doch erstaunlich einfach wieder einfangen, da sie offenbar nicht allzu scheu war. Jaja, Mann lernt nie aus – auch Wachteln können fliegen. ;-)

Politikerfische

14. September 2009 at 20:46 | In Erlebnisse mit Kunden, Skurriles | Leave a Comment
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 Quelle: Pixel Packing Mama/ flickr.com

Es gibt Leute, die geben ihren Fischen teilweise sehr skurrile Namen. Heute besuchte uns eine Kundin, die alle ihre Fische nach österreichischen Politikern benannte. Als sie da vor den Verkaufsbecken stand, sinnierte sie: „Also, am zähesten ist wirklich der Strache – der hält nun wirklich schon am längsten. Ja und die Heide Schmidt – die hält auch was aus.  Ach ja, einen Schwarzen hätte ich bitte gerne.“

Während ich den Kescher zückte um einen Black Molly zu fangen, fragte ich sie: „Und wie wird der dann heißen?“

„Hmm, Platter vielleicht…nein, doch lieber Pröll, weil Schüssel geht ja auch nicht mehr, der ist ja nicht mehr aktuell. Nur Gusenbauer nehme ich mir heute keinen mit. Der Gusenbauer ist mir nämlich schon dreimal gestorben.“

Er liebt die Zoofachverkäuferin

11. September 2009 at 20:53 | In Netzrundschau, Skurriles | Leave a Comment
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J. Anderson - ich danke dir für deinen Beitrag. Der Song ist einfach zu genial – schade, daß das Video da visuell nicht mithalten kann, aber trotzdem fühle ich mich stellvertretend für die Angebetete sehr geschmeichelt.

Ungewöhnliche Kundenwünsche

3. September 2009 at 21:22 | In Skurriles | Leave a Comment
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 Quelle: brendaj/ flickr.com

Manchmal fragen die Leute wirklich nach den absonderlichsten Tieren bei uns nach. Obwohl eine nicht wirklich ungewöhnliche Nachfrage in einem Aquariengeschäft, dennoch für uns kaum lieferbar sind beispielsweise Speisefische wie Hechte oder Waller. Gerade noch aufzutreiben sind Spiegelkarpfen (gerade erst bestellte ein Kunde zwei Stück, weil sein einzelner Karpfen im Teich so „einsam“ ist), aber ansonsten ist es mit größeren Speisefischen wirklich schwierig für uns.

Eine andere Sache, die für uns schwer zu besorgen ist, sind lustigerweise Ameisenfarmen, obwohl es die inzwischen sogar über Onlineshops zu kaufen gibt. Es gibt ja sogar schon eigene Internetforen dazu, z.B.  Ameisenforum.de, Ameisencafe.de,  oder Antstore.net. Für alle, die so etwas zumindest virtuell betreuen möchten, denen kann ich aber das Browsergame „Eaten by ants“ empfehlen.

Die wirklich bis dato ungewöhnlichste Anfrage kam jedoch gestern – ein Kunde wollte so gerne Schlupfwespen bei uns bestellen. Ich war so perplex, daß ich ihn nicht einmal fragte, wogegen bzw. wozu er sie gerne einsetzen wollte (Schlupfwespen können nämlich zur biologischen Schädlingsbekämpfung eingesetzt werden). Ich sagte zu ihm, daß er eventuell bei landwirtschaftlichen Vertrieben über das Internet fündig werden könne. Als ich später zuhause die Suchmaschine anwarf, da fand ich doch tatsächlich Versandanbieter von Schlupfwespeneiern, die zur Bekämpfung von Lebensmittelmotten dienen. Wirklich interessant, was es alles gibt – es gibt sogar einen Nützlingsberater, bei dem man z.B. Raubmilben, Marienkäfer, Schlupfwespen, Nematoden, Ameisen und sogar Ohrwürmer in Säckchen bestellen kann. Weitere Infos findet man außerdem noch unter heimanbau.de oder in Buchform: „ Das grosse Kosmosbuch der Nützlinge. Neue Wege der biologischen Schädlingsbekämpfung “ (2000) von Manfrad Fortmann.

Emergency Room im Fischladen

19. August 2009 at 18:56 | In Knifflige Fälle, Skurriles | 4 Comments
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 Quelle: nikki_leaf/flickr.com

Liest sich komisch, ist aber so – vorgestern mußte ich einen Fisch reanimieren. Ich hatte gerade die großen Malawibarsche in einem unserer großen Schaubecken gefüttert und ging dann nochmals kurz weg. Als ich wenige Minuten später wieder am Becken vorbei kam, trieb einer der Pseudotropheus zebra- Kerle leblos im Becken. Ich kescherte ihn hurtig und mußte feststellen, daß er keinerlei Lebenszeichen mehr zeigte, nicht einmal Bewegungen der Kiemen waren mehr feststellbar. Ich wunderte mich sehr, da er ja zuvor noch quicklebendig ans Futter gegangen war und überlegte, ob eventuell ein Schlaganfall oder eine Kollision mit einer Scheibe die Ursache sein konnten.

Ich schnappte mir das Tier mit beherztem Griff und hielt es direkt mit der Maulöffnung in die Filterströmung der kräftigen Eheim-Pumpe, durch die mittels Diffusor feine Luftperlen mitgerissen werden - nach einigen Minuten zeigte das Tier wieder eine ganz schwache Bewegung der Kiemendeckel und ich legte ihn in einen Kescher, den ich in der Strömung fixierte. Inzwischen war auch bereits wieder ein Drehreflex der Augen feststellbar.

Augendrehreflex
Der gesunde lebende Fisch versucht, wenn man ihn aus seiner normalen, aufrechten Körperlage in die Seitenlage dreht, die vorherige Augenstellung beizubehalten.
Erkrankten und weidgerecht betäubten Fischen fehlt der Augendrehreflex. http://www.wassersport-center.de/index.php?id=1367

Nach etwa einer Stunde sah ich mir den Fisch nochmals an und bemerkte, daß er wieder recht fit und munter erschien und entließ ihn wieder ins Becken – ob dieser Zustand allerdings von Dauer war, wußte ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Als ich heute wieder nachsah, war der Fisch immer noch unauffällig und wirkte fit, ich denke also er dürfte über den Berg sein. Daß ich jemals einen Fisch wiederbeleben muß, dachte ich mir vorher auch noch nicht – ich bin auch überrascht, daß es so gut geklappt hat. Ob Fische auch Nahtoderfahrungen erleben?

Riesenwirbel um Riesenschlangen

10. August 2009 at 20:14 | In Aus der weiten Welt, Skurriles | Leave a Comment

 Quelle: Saab Sandhu/ flickr.com

Gelegentlich lese ich in diversen Terraristikforen mit, was ich jedoch heute entdeckt habe, das wollte ich euch nicht vorenthalten. Im Forum der Schlangengrube berichtet ein User von einem unglaublichen Zwischenfall, an dem eine Taube, ein Kater und ein Tigerpython beteiligt waren:

Der Balkon war offen und eine Taube brettert mit vollem Karacho an die Frontscheiben des Schlangenterrariums, welche sogleich zerbersten. Der Kater bekommt das Geflatter der verendenden Taube mit und möchte sich das Federvieh schnappen…der Tigerpython wiederum schnappt sich den Kater und verschlingt ihn ohne, daß der herbeieilende Tierbesitzer auch nur das geringste dagegen unternehmen könnte, weil das Tier zu stark ist. Dabei ist so etwas gar kein Einzelfall – immer wieder werden fellige Haustiere Opfer von Würgeschlangen.

Mal ganz ehrlich: ich habe mich ja inzwischen damit abgefunden, daß man Schlangen als faszinierende Mitbewohner bei sich zuhause hält, aber ich finde, daß alles, das in Erwachsenenstatus die 3-Meter-Marke erreicht oder ernsthaft giftig ist, nicht an Privathalter verkauft werden sollte. In den USA ist vor einiger Zeit ein 48-jähriger von seiner 4 Meter langen Schlange erdrosselt aufgefunden worden. Und gerade erst vor etwa ein bis zwei Monaten wurde in Florida ein zweijähriges Kind von einer fast ebenso langen Schlange erwürgt. Seit diesem Vorfall zieht die Regierung Floridas ein Kopfgeld auf ausgewilderte und entlaufene Riesenschlangen in Betracht, nicht zuletzt deswegen, weil die Tiere auch Schaden an der einheimischen Fauna anrichten.

Das Star Wars -Aquarium

12. Juni 2009 at 22:01 | In Aus der weiten Welt, Skurriles | Leave a Comment

Es gibt doch tatsächlich ein R2D2-Aquarium…nein, ich verarsche euch nicht!

 Quelle: cephalopodcast/ flickr.com

Und dann hat das Teil auch noch ein eingebautes Periskop - ich fasse es einfach nicht.

 Quelle: Irish Typepad/ flickr.com

Wer es noch spaciger möchte, für den wäre vielleicht das „Silverfish Aquarium“ von den Octopus Studios etwas…der Trendblog schreibt darüber…

Bitte nur kein Aquarium!

9. Juni 2009 at 16:01 | In Skurriles | 2 Comments

 Quelle: excomedia/ flickr.com

Heute war ein beschenkter Verzweifelter  bzw. ein verzweifelter Beschenkter bei mir im Geschäft, dem seine Liebsten zum 50.Geburtstag eine Freude machen wollten, indem sie zusammengelegt hatten und ihm ein ganzes Paket an Gutscheinen unseres Ladens im Wert von über 1600 Euro schenkten. Er erinnerte sich daran, daß er irgendwann einmal offen ausgesprochen hat, daß er Aquarien schön findet und sich vielleicht irgendwann einmal eines zulegen möchte, und das nahmen seine Freunde und Verwandten sich offenbar sehr zu Herzen. Ich vermute einmal stark, daß er zu der Gattung „der Mann, der bereits alles plus 23 Krawatten besitzt„, gehört, denn jeder der Schenkenden klammerte sich an den Strohhalm seiner beiläufigen Aussage und besorgte einen Gutschein über gerade die Summe, die er lukrieren konnte und so kamen viele einzelne Gutscheine auf diesen sehr hohen Gesamtwert zusammen.  Um 1600 Euro bekommt man wirklich das Nonplusultra-Aquarium mit Topaustattung samt Besatz und Pipapo, allerdings lag es dem Beschenkten komplett fern sich ein Aquarium zuzulegen und so erklärte er mir: „Wissen Sie – ich bin an fünf Tagen in der Woche auswärts zum Arbeiten, und nur am Wochenende zuhause. Da möchte ich aber eigentlich nicht meine spärliche Freizeit in die Pflege eines Aquariums stecken.“ Also wollte er den Gutschein umtauschen – natürlich konnte ich ihm nicht einfach so das Geld auszahlen und schon gar nicht in dieser Höhe, also muß er sich da wohl noch einmal mit meinem Chef besprechen. Ich bin gespannt, welche Lösung mein Chef dafür austüftelt – vielleicht kann ein anderer Kunde dem Herrn den Gutschein zu einem vergünstigten Preis abkaufen…

Aquarium in Brand

29. Mai 2009 at 21:07 | In Aus der weiten Welt, Skurriles | Leave a Comment
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 Quelle: Mario-Berlin/ flickr.com

In Leipzig setzte am vergangenen Dienstag ein 77-jähriger Pensionist anscheinend sein Aquarium in Brand. Er wollte mit einem alten Tauchsieder das frischgewechselte Wasser erwärmen und dabei fing offenbar die Aquarienabdeckung Feuer. Mit Verdacht auf eine Rauchgasvergiftung mußte der Mann ins Krankenhaus.

Wie ein verbranntes Aquarium aussieht, demonstriert EclipseTuliphead auf flickr.com:

Numerologie beim Fischkauf

8. Mai 2009 at 22:38 | In Skurriles | 1 Comment
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 Quelle: by-sassi/ pixelio.de

In letzter Zeit hatte ich unabhängig voneinander mehrere Kunden, die ihre Fische nur in Trios ausgesucht und gekauft haben. Heute kam eine Kundin, die kaufte 3 Sumatrabarben, 3 Schmucksalmler und 3 Mollies; und vor einigen Tagen kaufte ein Mann sechs verschiedene Fischarten, aber ebenfalls von jeder Art nur 3 Tiere. Mir ist ja schon öfter aufgefallen, daß die Leute bei Schwarmfischen gerne ungerade Zahlen wählen, da sie vielleicht dazu tendieren geraden Zahlen (ähnlich wie beim Kauf von Schnittrosen) eine unheilvolle Wirkung zuzusprechen…aber, daß speziell die Drei eine so faszinierende Anziehungskraft auf den Aquarianer hat, war mir bisher noch nicht bewußt.

Der Wortstamm der Zahl „Drei“ liegt im griechischen und lateinischen „Tri“ ( das aquaristisch übrigens auch bei den Triops-Krebsen eine Rolle spielt – griech. „der Dreiäugige“) und interessanterweise werden gerade dieser Zahl ganz besonders viele Aberglauben und Bedeutungen zugesprochen. Aber auch mathematisch gesehen, birgt diese Zahl viel Aussagekraft (als Primzahl, in der danach benannten Tri-gonometrie, usw…) und in vielen Religionen steht die Trinität für den Glaubenskern. Husserl, ein Philosoph des frühen 20. Jahrhunderts, war der Meinung, man könne eigentlich gar nicht weiter als bis drei zählen, da die frühe Psychologie (z.B. Herbart) davon ausging, daß nicht mehr als drei „Vorstellungen“ gleichzeitig im Bewußtsein existieren könnten.

Interessanterweise ist bei den meisten Fischrevieren beim Erwerb einer Angelkarte der Fang von 3 Fischen frei, jeder weitere Fisch muß gesondert verrechnet werden…Und angeblich sprach die Weisheit zum Suchenden: „Nur in der ´3´ findest du Ruhe vor Zwist, Zwietracht, Zweifel und dem Zwang, sich zu entscheiden.“ (Zitat) Möglicherweise ist dieses Bedürfnis nach Harmonie im Aquarium (und dadurch auch im Aquarianer) der Grund, weshalb manche Fischhalter ihre Zierfische immer als Trio erwerben? Habt ihr, liebe Leser, vielleicht auch Kriterien, nach denen ihr die Anzahl der Zierfische beim Kauf bestimmt, wenn es sich nicht gerade um paarbildende Arten handelt?

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