Beleuchtungsdauer und andere technische Finessen…
6. Oktober 2009 at 17:24 | In Grundsätzliches | 2 CommentsTags: Aquarienfilter, Beleuchtungsdauer, Filter, Terrarienbeleuchtung
In letzter Zeit fiel mir ganz besonders auf wieviele Kunden sich in keinster Weise mit dem von ihnen bereits betriebenen oder in Kürze angestrebten Hobby auseinander gesetzt haben.
Erst vergangene Woche fragte mich ein Kunde, der (entgegen meinem Ratschlag) schon einige Wochen bis Monate Goldfische in einem 54-Liter-Set hält, ob er eigentlich den Filter dauernd in Betrieb haben müsse, da er den Filter bisher immer nur tagsüber in Betrieb hatte. Erstaunt – weil ich eigentlich davon ausging, daß das inzwischen bei jedem Aquarienbesitzer bekannt wäre – sah ich ihn an und erklärte ihm: „Natürlich muß der Filter 24 Stunden am Tag in Betrieb sein – sonst sterben ja die Filterbakterien ab, die im Filtermaterial sitzen und beim nächsten Einschalten bläst man sich den ganzen abgestorbenen Dreck dann ins Aquarium hinein.“
Eine weitere Frage, die immer wieder an mich herangetragen wird, höre ich zumeist von Leuten, die gerade ein Schildkrötenaquarium oder ein Terrarium einrichten: „Muß die Beleuchtung dann Tag und Nacht durchlaufen, oder?“ Ähm…was soll man dazu sagen? Die Leute sollten ja eigentlich wissen, daß man in einem Aquarium, Aquaterrarium oder Terrarium stets bemüht sein sollte die naturgegebenen Umweltbedingungen eines Tieres so gut als möglich nachzustellen…die einzig mir bekannten Orte, an denen täglich 24 Stunden nonstop Tageslicht vorhanden ist, das sind die Arktis und die Antarktis, wenn sie gerade den Polarsommer erfahren. Ich bin sehr zuversichtlich, daß die Polkappen ziemlich reptilien- und amphibienfrei sind, insofern: „Nein, natürlich müssen Sie die Beleuchtung in der Nacht abschalten – in der Natur haben die Tiere auch nicht 24 Stunden am Tag Sonne.“
Weil wir gerade bei den technischen Feinheiten angelangt sind – neulich wollte ein Kunde mit Aquaristikbestrebungen ungefähr wissen, wieviel Strom die technischen Geräte im Aquarium ungefähr benötigen werden. Als unser Lehrling im erzählte, daß der Heizer ein 100 Watt-Gerät sei, da fiel er aus allen Wolken. Ich konnte ihn allerdings beruhigen: „Der Heizer schaltet sich erst dann ein, wenn die Temperatur unter den von ihnen eingestellten Wert absinkt – ein intakter Heizstab heizt nicht ununterbrochen mit 100 Watt weiter.“ Da entspannte er sich dann gottseidank wieder.
Ein weiteres technisches Detail, das Kunden an den Rand der Verzweiflung treiben kann, ist eine gebrochene Keramikachse im Filter. Vielen Leuten ist nämlich nicht bewußt, daß bei vielen Innen- und Außenfiltern die Turbine bzw. der „Propeller“, der das Wasser pumpt, auf einer Keramikachse hängt. Ich weiß zwar selbst nicht genau, weshalb einige namhafte Hersteller, z.B. Eheim, ihre Pumpen nun nur mehr mit diesen zerbrechlichen Teilen bestücken und nicht mehr mit Metallachsen, aber vielleicht liegt der Grund ja in der Korrosionsbeständigkeit von Keramik begründet…außerdem kann man so ja auch wesentlich mehr Umsatz durch Ersatzteile erzielen. Jedenfalls kommen immer wieder besorgte Kunden mit ihrem streikenden Filter zu uns ins Zoogeschäft – bei der Begutachtung des Gerätes fällt dann nicht selten die gebrochene Keramikachse auf, welche üblicherweise rasch und einfach ersetzt werden kann.
Übertriebene Filterpflege
26. Mai 2008 at 20:31 | In Hilfreiches | 4 CommentsTags: Aquarienfilter, Filterreinigung
Quelle: pinpin/ wikipedia.org
Heute mußte ich in die Arztpraxis eines Kunden fahren um einen ausrinnenden Außenfilter zu kontrollieren, denn der heikle Parkettboden im Warteraum drohte bereits Wellen zu schlagen. Ich öffnete das Gerät, konnte aber keinen Fehler finden, daher nahm ich den Filter mit in den Laden, damit mein Chef ihn noch durchchecken konnte. Auch er konnte keinen Makel finden – seine Vermutung lautete daraufhin, daß vermutlich ein Kieselsteinchen o.ä. in der Dichtung eingeklemmt war und dadurch der Filter Wasser verloren hatte. Ich persönlich denke, bei dem Filter hätte eigentlich noch gar keine Filterreinigung durchgeführt werden müssen, denn das darin befindliche Filtermaterial erschien praktisch wie neu - viele unserer Kunden reinigen ihre Filter im allgemeinen zu häufig, manche sogar regelmäßig jede Woche. Und nicht selten kommt es dadurch zu Folgeproblemen: so folgt auf eine zu sorgfältige Filtertotalreinigung mitunter ein erhöhter Nitrit- oder Ammoniumwert, da die Filterbakterien durch den Eingriff verloren gehen. Aber auch Dichtungen und Verschleißteile können durch zu häufiges und womöglich unsachgemäßes Hantieren Schaden nehmen.
Im Grunde braucht man Filter nur dann zu reinigen, wenn ihre Durchflußleistung merklich nachgelassen hat. Auch ist es nicht notwendig, das Filtermaterial in regelmäßigen Abständen komplett gegen Neues zu tauschen, denn dadurch gehen die erwähnten Filterbakterien, die darin leben, verloren – obwohl in länger laufenden Aquarien auch genügend Filterbakterien am Boden und in den Biofilmen auf den Oberflächen im Aquarium vorhanden sind, ein Risiko für einen Knacks in der (De-)Nitrifizierungskette besteht durchaus. Sinnvoll hingegen ist das Auswaschen des Filtermaterials jedoch – abgesehen vom Fall der Verminderung der Durchflussleistung – wenn der Filter über einige Stunden hinweg „gestanden“ ist (z.B. infolge eines Stromausfalles oder, weil das Pumpenrad blockiert war), denn dann reichern sich abgestorbene organische Materialien an, die bei Wiederinbetriebnahme des Filters in das Aquarium hinausgeblasen werden. Niemals, aber auch wirklich niemals, sollte man das Filtermaterial oder den Filter mit heißem Wasser auswaschen – dadurch tötet man die Filterfauna ab und auch für Gummidichtungen ist allzu heißes Wasser nicht förderlich.
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