Goldfischkunden I

8. April 2008 at 13:55 | In Denkwürdiges, Erlebnisse mit Kunden | 3 Comments
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Quelle: Hartmut910/pixelio.de

Bei Goldfischkunden sind mir die Teichbesitzer die liebsten, denn mit ihnen muß man nicht über Beckengrößen diskutieren.

Heute kam eine Kundin zu uns: „Ich hätte gerne zwei Goldfische bitte, aber kleine, wenn´s geht.“ Reflexartig zückte ich Kescher und Wasserbecher zum Eintüten. Weil mich jedoch die Anmerkung „..aber kleine, bitte“ irritierte, fragte ich die Dame sicherheitshalber „Wo bringen Sie sie denn unter?“ Sie meinte dann: „Ach wir haben da zuhause einen Behälter.“ und deutete mit den Händen die ungefähren Dimensionen.

„Haben Sie denn gar kein Aquarium?“

„Nein – wieso? Braucht man das denn?“

„Ja, sogar ein etwas größeres, denn das Tierschutzgesetz gibt als Minimum für Goldfische 1 Meter Kantenlänge vor.“

„Ach so – ich dachte, die werden eh´nicht so groß. Andere haben die doch auch oft in irgendwelchen Glasvasen oder so.“

Daraufhin stand ich etwas verdattert da – als ich die Fassung wieder erlangt hatte, führte ich sie zu unserem Goldfischbecken und zeigte ihr einen 20cm-Shubunkin: „So groß können Goldfische werden – da kommt man um ein großes Aquarium nicht umhin.“

„Sooo groß? Soviel Platz habe ich ja gar nicht. Ja, gibt es denn keine kleineren Fische, die man in einem Behälter halten könnte?“

„Es gibt schon kleinere Fische, die Goldfischen ähnlich sehen, z.B. Platies, aber auch die brauchen ein Aquarium mit Filterung – alles andere wäre nicht tierschutzkonform. Wenn die Fische sonst womöglich nur 1 Monat halten, hätten Sie dran ja auch keine Freude, oder? Wenn Sie hingegen nur eine Miniquarium pflegen möchten, wären eventuell Schnecken oder Garnelen eine Lösung für Sie.“

„Iiih, nein, vor denen ekelt mich – die sehen ja aus wie Ungeziefer. Nein, ekeln möchte ich mich nicht vor einem Haustier.“

Naja, langer Rede – kurzer Sinn: Gottseidank konnte ich die Dame dann doch überzeugen, ein 54-Liter-Komplettset zu erwerben – ich erklärte ihr noch alle Einfahrtipps und so wird sie vermutlich in etwa 2 Wochen wieder kommen um sich ein paar Lebendgebärende zu kaufen. Eine schwere Geburt war das ganze dennoch, denn es ist gar nicht so einfach jemandem in kurzen Worten ein bißchen Gefühl für ein Aquarium und dessen Bewohner zu vermitteln, wenn bei dieser Person bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal im Ansatz etwas davon vorhanden war.

Die Sache mit der Aquariengröße

27. März 2008 at 15:24 | In Erlebnisse mit Kunden, Grundsätzliches | Leave a Comment
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Quelle: Cohdra/Morguefile.com

Mitunter kommen Kunden zu uns und beklagen, daß sie in einem anderen Zooladen bezüglich der Fischgröße und der dafür nötigen Aquariendimension falsch beraten wurden, so etwa auch im Falle einer Kundin, die mir berichtete, daß ihr bei der Konkurrenz ein Goldfisch für ein 20-Literbecken ohne Filter aufgeschwatzt wurde. Natürlich kam sie kaum nach bei der Beckenreinigung, der Goldfisch zeigte Unwohlsein aufgrund mangelnder Wasserqualität und Belüftung und so merkte auch die Kundin recht rasch, daß dieses System nicht funktionierte, weil es einfach weit unterdimensioniert war.

Ich persönlich finde es verantwortungslos, wenn ein Verkäufer bewußt oder mangels besseren Wissens derart fatale Aquarien- und Besatzempfehlungen gibt.

Doch es gibt auch die Kehrseite, nämlich, wenn Kunden Informationen vorenthalten. Ich habe zum Beispiel schon über Umwege erfahren, daß ein Kunde einem anderen Zoohändler gegenüber meinte, ihm sei in unserem Laden ein Skalar für ein 60-Liter-Becken „empfohlen“ worden. Ich kann das einfach nicht glauben und ich vermute, daß dies darauf zurückzuführen ist, daß der Kunde entweder beim Kauf gar keine Angaben über die Größe seines Aquariums gemacht hat oder, daß er sich in seinen Angaben grob verschätzt hat – eventuell war es auch einer jener, der die Aquariengröße mittels Ausbreiten seiner Arme umschrieben hat. In diesem Fall finde ich es nicht fair, wenn dem Zoohändler eine falsche Beratung unterstellt wird.

Sehr häufig kommen Kunden zu uns und suchen sich Fische aus. Meist frage ich nach der Beckengröße, doch bei sehr selbstbewußten Kunden, die sichtlich auch keine Beratung möchten und scheinbar wissen, was sie wollen, halte ich mich manchmal zurück. Ich schließe nicht aus, daß mich meine Menschenkenntnis in Einzelfällen trügt und die Personen eigentlich gar nicht so gut informiert sind, wie sie auftreten.

Naja, und dann gibts da noch die Unverbesserlichen – unter den Zoohändlern wie auch unter den Kunden - die davon ausgehen, daß sich ein Fisch ohnehin der Aquariengröße anpaßt. Eigentlich ein Kardinalsfehler, denn es gibt Fische, die nicht der Aquariengröße entsprechend kleiner bleiben, und außerdem – kommt es tatsächlich zu Kümmerwuchs, so ist das ja auch nicht sinnvoll, denn der Fisch erreicht dann u.U. auch nicht sein übliches Lebensalter. In jedem Fall verstößt diese Einstellung gegen das Tierschutzgesetz.

 Die Verantwortlichkeit für artgemäße Haltung von Haustieren liegt nicht ausschließlich beim Zoohändler – auch Kunden sollten sich über die Pfleglinge ihrer Wahl kundig machen, immerhin übernimmt man als Tierhalter auch Verantwortung.

Trügerisches Augenmaß

24. März 2008 at 19:54 | In Denkwürdiges, Erlebnisse mit Kunden | Leave a Comment
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Ein Kunde interessiert sich für einen jungen Skalar, denn er meint, der würde sich in seinem Aquarium doch recht hübsch machen.
Ich frage den Kunden daraufhin: “Wie groß ist denn Ihr Aquarium, wenn ich fragen darf? Dieser Fisch wird nämlich eher groß.”
Der Kunde breitet seine Arme aus und meint: “Etwa so – ich schätze das müßte ein Meter sein, oder so.”
Wenn jemand zur Beschreibung der Aquariengröße die Arme ausbreitet, macht mich das bereits stutzig, denn mich erinnert das immer an den Witz mit den drei Anglern.
Ich zeige dem Kunden dann einige Aquarien aus unserem Sortiment und bitte ihn, er möge mir doch jenes zeigen, das dem seinigen am besten entspricht.
Der Kunde zeigt auf das Becken, worauf ich nur mehr antworten kann:
“Das ist aber ein 60cm-Set, das faßt nur etwa 54 Liter. Ich fürchte, ein Skalar wird zu groß für ein Becken dieser Größe.”
Darauf der Kunde: “Ja, aber der paßt sich doch ohnehin dem Aquarium an, was ich so gehört habe.”
In solchen Momenten muß ich mich immer erinnern…ich ruhe ganz in mir selbst, ich bin ganz ruhig und besonnen…dann antworte ich:
“Das wäre möglich, trifft aber nicht bei allen Fischen zu und gesund ist das nicht wirklich für den Fisch und er wird dann auch gar nicht so alt wie üblich. Vielleicht könnten wir eine Alternative finden.”
Gottseidank fruchtet das meistens und sowohl Kunde als auch Eure Fischtante können glücklich und zufrieden sein…

Quelle: Woto/aboutpixel.de

Ach ja, den Witz mit den drei Anglern bin ich euch noch schuldig:
Drei Angler sitzen am Stammtisch und unterhalten sich über ihre größten Fänge.
Der erste breitet die Arme etwa 80 cm weit aus und meint: “So groß war der Karpfen, den ich vergangenen Monat gefangen habe.”
Der zweite meint: “Ich habe letzthin einen Hecht geangelt, der war sooo groß” und deutet mit ausgebreiteten Händen etwa 1,20m an.
Da die beiden wissen, daß der dritte im Bunde stets übertreibt, binden sie ihm die Hände zusammen. Er erzählt daraufhin: “Ja, aber der letzte Fisch, den ich aus dem Wasser zog, der hatte ein Auge, das war sooo groß.”, wobei er die an den Handgelenken fixierten Hände weit auseinanderspreizt…
Weitere Anglerwitze:                       
http://www.schwarzbachfischer.de/anglerwitze.htm

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