Wenn Hamsterweibchen zuviel fressen

16. Juni 2008 um 16:07 | Veröffentlicht in Erlebnisse mit Kunden, Skurriles | Hinterlasse einen Kommentar
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 Quelle: Gosia/ pixelio.de

Wenn Hamsterweibchen zuviel fressen, bekommen sie Babies…zumindest behauptete das heute ein junges Mädchen von etwa 16 Jahren, das sich bei uns heute nach Hamstern erkundigte. Oookay, dachte ich mir…anstatt ihr einen Crash-Kurs über die Sache mit den Blumen und den Bienen zu geben, beließ ich es dabei ihr zu erklären, daß daran nicht das Futter schuld sei, sondern, daß die Hamsterweibchen dazu zuvor mit einem Männchen zusammen gewesen sein müssen.

Das Mädchen war wirklich sehr eigenartig – sie beobachtete unseren Zwerghamster etwa 20 Minuten lang – ich fragte sie zwischendurch einmal, ob er sie hypnotisiert hätte, da mußte sie lächeln. Ein sehr seltsames Mädchen mit sehr seltsamen Augen (sie hatte komische dunkle Flecken in der Iris, sodaß die Augen verschiedenfärbig wirkten)…sie wollte den Hamster so gerne haben, aber da sie erst nach dem Urlaub im September einen Hamster halten kann, ist es ziemlich unwahrscheinlich, daß dieser konkrete Hamster dann noch da ist. Naja, einen ähnlichen werden wir dann aber sicher auf Lager haben.

Unser Lieblingskunde

16. Juni 2008 um 15:57 | Veröffentlicht in Erlebnisse mit Kunden | Hinterlasse einen Kommentar
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Heute war er wieder einmal da – unser Lieblingskunde. Er ist ein netter, älterer Herr mit vermutlich eher satter Rente und er pflegt Diskusfische. Sein Besuch, der etwa einmal im Monat stattfindet, kann einem umsatzschwache Tage wirklich versüßen, denn er kauft niemals unter 400 Euro ein. Heute ließ er insgesamt über 1000 Euro bei uns, denn er erneuerte seine Osmoseanlagen und kaufte eine Drucksteigerungspumpe, sowie einiges weitere an Zubehör und Pflanzen. Als er den Einkauf bezahlte, meinte er schmunzelnd, ob seine Frau, die währenddessen in einem nahen Einkaufszentrum zum Bummeln war, wohl auch soviel ausgegeben hätte.

Irgendwie wundert man sich schon, wieviel man man für Diskusfische ausgeben kann – ist schon irre. Wenn ich denke, daß meine 3 Aquarien mich gerade mal auf geschätzte 15 Euro Strom-, Wasser-, und Futterkosten pro Monat kosten…

Verwaiste Mäusebabies und Leihmütter

13. Juni 2008 um 23:07 | Veröffentlicht in Tiergeschichten | 2 Kommentare
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 Quelle: macin/ pixelio.de

Gestern brachte ein Kunde etwa 20 Mäusebabies zu uns. Er hatte sie selbst von einem Bekannten als Futter für seine Bartagame geschenkt bekommen, aber es waren einfach zuviele, also brachte er den Rest zu uns. Nur etwa die Hälfte schien bereits selbst fressen zu können, die anderen waren noch blind und auf Muttermilch angewiesen. Zwei der blinden Mäusebabies verfütterte ich an unsere jungen Kornnattern, doch wohin mit dem Rest?  Mein Chef hatte eben erst Babymäuse zum Verkauf als Futtertiere geliefert bekommen – es wäre undenkbar gewesen, sie alle rechtzeitig als Futter verkaufen zu können bevor sie den Hungertod sterben würden. Also mußte eine Mäusemutter her.

Eine Arbeitskollegin aus der Hunde- und Katzenfutterabteilung pflegt im Hinterzimmer eine kleine Nager-Hobbyzucht und eines ihrer Mäuseweibchen hatte just an diesem Tag Junge geworfen. Also quartierten wir den Mäusepapi und das zweite Mäuseweibchen kurzfristig aus, damit sie die fremden Jungtiere nicht fressen, und mischten die verwaisten Babymäuschen unter den frischen Wurf…mit Erfolg. Sofort begann sie die Jungen zu putzen und etwas später säugte sie alle. Nun bleibt zu hoffen, daß sie genug Milch für die vielen Mäusschen haben wird – nötigenfalls müßten wir die dazugesetzten Waisenmäuse entfernen, wenn sie selbst fressen, damit die frischgeworfenen etwaige Rückstände wieder aufholen können. Immerhin ist die Mäusedame nun Mutti von etwa 16 oder gar 18 Mäusebabies.

Ich finde es unglaublich, wie komplex das Sozialsystem bei Mäusen ist. Leihmutterschaft bzw. Ammenmütter sind bei Mäusen nicht unüblich. Auch Vielzitzenmäuse säugen die Jungen von anderen Weibchen, wenn es sich gerade so ergibt.

Algenprobleme Fall 1

13. Juni 2008 um 22:51 | Veröffentlicht in Denkwürdiges | 1 Kommentar
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Gestern rief mich gleich frühmorgens eine Kundin im Laden an, die mir berichtete, daß sie seit geraumer Zeit gegen Algen im Aquarium zu kämpfen hatte. Selbst verschiedene Antialgenpräparate, stärkere Bepflanzung und andere Leuchtstoffröhren änderten nichts am Massenaufkommen des unliebsamen Aquariengrüns. Ich fragte sie daraufhin, welche Fische sie pflegte und wie groß ihr Aquarium ist. Sie meinte: “Also ich habe einen Minihai, vier Prachtschmerlen, zwei Goldfische und einen Hexenwels, sowie Ancistren drinnen…ach ja, und noch so einen großen Wels mit Gepardenflecken.” Darauf ich: “Einen Schilderwels?” ” Ja, genau so einen, er ist jetzt etwa 20 cm lang. ach ja, und das Becken hat 160 Liter.”

Ich: “Nun, da haben sie aber sehr große Fische für ein Aquarium dieser Größe. und die kacken ja auch wie die Weltmeister, speziell die Goldfische und der Schilderwels, nicht wahr…”

Kundin: “Ja, stimmt – der große Wels, der hat oft so ganz lange Kotschnüre dranhängen. Ich tausche aber jedes Mal zwei Drittel des Wassers aus.” Zwei Drittel des Wassers klingt ja wundervoll, denke ich mir, da kam jedoch gleich der Runterholer: “…wasserwechseln tu ich so alle 2 Monate, manchmal – wenn es sauber ausschaut, aber auch seltener.” Ich krieg die Krise und antworte: ” Ja, aber wenn Sie nur alle 2 Monate Wasser wechseln, dann ist es ja kein Wunder, daß Sie Algenprobleme haben. Sie müssen ja enorme Nitrat- und Phosphatwerte im Wasser haben. Das ist natürlich Dünger für die Algen.”

Also, um auf den Punkt zu kommen…die Dame hatte viel (und ich meine “viel”) zu viel großen Fisch im Aquarium, auch wenn sie sich auf diese unnötige “1cm Fisch je 1 Liter Wasser-Faustregel” berufen könnte. Derart große Fischarten auf so engem Raum, das ist nicht nur ungesund für die Fische (die schwimmen ja in ihrem Klo), sondern führt letztlich auch dazu, daß weder das Pflanzenwachstum eine reelle Chance hat, noch daß bei derart seltenen Wasserwechseln Stoffe wie Nitrat und Phosphat in den Griff zu bekommen wären. Das kann nicht klappen. Ich schlug der Dame schließlich vor, das Becken, mit Ausnahme des Filters, gut zu reinigen und von den Algen zu befreien und im Anschluß daran mit zweiwöchigen Wasserwechselintervallen zu zwei Dritteln des Wasservolumens fortzufahren. Darüber hinaus solle sie sich noch geeignete, robuste Pflanzen besorgen um den Algen eine Nahrungskonkurrenz zu stellen.

Ein brisanter Link in punkto Wasserwechsel: http://www.aquamax.de/HG10.htm

und: http://www.aquarium-bzk.de/Seiten/wasserwechsel-gegner.shtml

Zebras

10. Juni 2008 um 19:57 | Veröffentlicht in Erlebnisse mit Kunden | 3 Kommentare
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 Quelle: U.Berger/ pixelio.de

Kunde: “…Außerdem hätte ich noch gerne einen Zebra, bitte.”

Ooookay, da darf die Fischverkäuferin nun aber raten… “Einen Zebra-was hätten Sie denn gerne?”

Kunde: “Naja, einen Zebra eben.”

Jetzt wirds schwierig, denn bereits das Zierfischverzeichnis hält folgende Fischarten auf Lager, die mit “Zebra-” beginnen: Zebrabuntbarsch (Cryptoheros nigrofasciatus), Zebrabuntbarsch (Pseudotropheus zebra), Zebrabärbling (Danio rerio), Zebra-Harnischwels (Hypanstistrus zebra). Darüber hinaus gibt es aber noch die Zebraschmerle (Botia striata), Zebra-Killifische, Zebrakärpflinge und wahrscheinlich noch ein Dutzend andere, die denselben “Vornamen” tragen.

http://www.fishbase.org/ListByLetter/CommonNamesZ.htm

http://www.zierfischverzeichnis.de/namendeutsch/z.htm

Letzten Endes wurden wir aber fündig, denn allzu ausgefallen sind die Wünsche unserer Kunden nur selten - der Kunde wollte einen Zebrabärbling haben.

Die Fütterung von frischerworbenen Nagetiere

6. Juni 2008 um 19:22 | Veröffentlicht in Hilfreiches | Hinterlasse einen Kommentar
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 Quelle: Gosia/ pixelio.de

Im Zooladen verfüttern wir nur sehr sporadisch Feuchtfutter (und meist nur in Form von Karotten) an unsere Nagetiere, da es dadurch allzu leicht zu Durchfällen kommen kann. Daher möchte ich an alle, die sich gerne ein Nagetier kaufen möchten, appellieren, sich beim Händler zu erkundigen, womit dieser die Tiere bisher gefüttert hat. Stellt man die Tiere nämlich zuhause sehr plötzlich auf einen hohen Anteil an Obst und Gemüse um, so kann das zu Verdauungsproblemen führen und leider führen speziell Durchfälle bei Nagern sehr rasch zum Tode durch Austrocknung.

Als ich mir im vergangenen Herbst selbst zwei Meerschweine bei uns vom Laden mit nach Hause nahm, gab ich ihnen anfangs nur sehr kleine Mengen an Karotten und einige Blätter Löwenzahn. Später folgten dann ebenso kleine Mengen an Salat oder Apfelstücken. Einige Wochen später waren sie dann so weit geeicht, daß sie größere Mengen an Feuchtfutter komplikationslos vertrugen und man sie ohne weiteres auch tagsüber auf einer Wiese grasen hätte lassen können. Es gilt darauf zu achten, daß blähende Grünfuttersorten (z.B. Kohlgemüse) vermieden werden.

Was gilt es noch zu bedenken: Meerschweinchen brauchen Vitamin C – im Laden führen wir dies den Meerschweinchen mangels Grünfutter durch Vitamin C -Pulver aus der Apotheke über das Trinkwasser zu. Allzu viel Körnerfutter und Leckerlis führen zur Fehlernährung und zu Übergewicht, d.h. etwas sparsamer verfüttern. Gerne kann man hie und da ein hartes Stück Schwarzbrot anbieten um die Zähne abzunutzen, auch unbehandeltes Holz (z.B. in Form eines Häuschens oder Zweigen) lädt zum Nagen ein. Das Hauptfutter für Meerschweinchen (und auch Kaninchen) sollte jedoch Heu sein – es sollte stets zugänglich sein, denn Meerschweinchen können nur verdauen, wenn ständiger Ballaststoffnachschub vorhanden ist.

Wie macht man Hamster zahm? Als Kind hatte ich mehrere Hamster, die ich mit einigen Tropfen Fruchtjoghurt immer weiter auf meine Hand herauf gelockt habe – irgendwann wurden sie dadurch sehr zutraulich. Derartige Leckerlis sind erlaubt, aber wie bei allem, das nicht ins natürliche Nahrungsspektrum fällt, müssen sie sparsam eingesetzt werden. Eine große Delikatesse für Hamster, Ratten und auch manchmal Mäuse jeglicher Art, sind übrigens Mehlwürmer – diese Form der Proteinzufuhr wissen viele Kleinnager sehr zu schätzen.

Weitere Tipps zur Ernährung von Nagetieren finden sich unter http://www.tierambulatorium.mannswoerth.at/Ernaehrung-von-Kaninchen-und-Nageti.49.0.html

Kannibalismus bei Goldfischen

4. Juni 2008 um 20:45 | Veröffentlicht in Grundsätzliches | 4 Kommentare
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 Quelle: Cornerstone/ pixelio.de

Nun wurde inzwischen des öfteren das Schlagwort “Goldfische Kannibalismus” auf meinem Blog gesucht, also möchte ich kurz etwas zum Thema anmerken:

Goldfische fressen ALLES, das in ihr Maul paßt – daher ja, Goldfische sind manchmal Kannibalen und fressen Artgenossen, die klein genug sind um in ihr Maul zu passen. Aber des öfteren wird Kannibalismus bei Goldfischen vermutet, wenn im Aquarium plötzlich bei steigenden Temperaturen Laichtreiben ausbricht – sieht mitunter sehr schlimm aus und kann in Einzelfällen bei zu wenig Platz und einer ungünstigen Geschlechterverteilung zum Tod des Weibchens infolge von Entkräftung führen. Es gibt tatsächlich einzelne Berichte, in denen Goldfische auch ohne ersichtliches Laichtreiben den Tod eines Artgenossen verursacht haben sollen, da sie diesen zu Tode gepiesakt haben, aber in all den Jahren, die ich mit Goldfischen verbracht habe, ist mir so etwas noch nicht untergekommen – ich glaube eher, daß die Berichterstatter in diesen speziellen Einzelfällen das Verhalten falsch interpretiert haben müssen. Einmal brachte nämlich eine Kundin einen Goldfisch zu uns in den Laden, weil er alle seine Artgenossen attackiert und gepiesakt hatte, sowie sogar einige davon zu Tode brachte – das ganze stellte sich als totaler Humbug heraus, denn als wir den vermeintlichen Killergoldfisch schließlich mit anderen Goldfischen, ja sogar mit den sensibleren Hochzuchten, zusammen setzten, war der Fisch ein frommes Lämmchen.

Die Entdeckung der Langsamkeit

4. Juni 2008 um 19:57 | Veröffentlicht in Haltungstipps, Tiergeschichten | Hinterlasse einen Kommentar
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Im Kindergarten meiner Tochter ist seit neuestem das Schneckenfieber ausgebrochen – die Kinder sammeln die Schnecken in Kübeln und befüllen diese mit Gras um die Schnecken dann stolz den anderen präsentieren zu können. Natürlich wollte meine Kleine dann auch unbedingt zuhause eine Schnecke pflegen, also nörgelte sie so lange herum bis wir eine Schnecke suchen gingen – die einzige, die wir angesichts der sommerlichen Temperaturen finden konnten, war eine Weinbergschnecke (Helix pomatia). Zuerst brachten wir sie in einem Blumentopf unter, da ich nicht annahm, daß ihr Interesse länger als 1-2 Tage anhalten würde und wir die Schnecke dann wieder aussetzen könnten. Doch das Schneckenfieber hält immer noch an (Die Schnecke wurde sogar auf den unglaublich einfallsreichen Namen “Schneckile” alias “Papaschnecke” getauft.) und so mußte heute eine adäquate Unterbringung her. Ich besorgte als bei uns im Laden ein 10-Liter Aquarium und wir quartierten die Schnecke um – damit sie nicht flüchten kann, ist das Becken mit einer durchlöcherten Frischhaltefolie überdeckt. Nun gibts noch eine Portion gewaschenen Salat und morgen werde ich vermutlich noch eine Sepiaschale für die Kalkzufuhr mitbringen. Eine flache, kleine Schale mit Wasser werde ich auch noch im neuen Terrarium unterbringen, damit unser “Schneckile” gegebenenfalls Flüssigkeit tanken oder baden kann – bei den Achatschnecken im Laden konnte ich schon öfter beobachten, wie sie durch ein Wasserschälchen kriechen.

Im Prinzip ist eine Weinbergschnecke gleich zu halten wie eine Achatschnecke mit der Ausnahme, daß sie nicht so empfindlich auf tiefe Temperaturen reagiert und etwas weniger Feuchtigkeit benötigt. Aber Achtung an alle Weinbergschneckenliebhaber – in Österreich und Teilen Deutschlands zählt die Weinbergschnecke zu den gefährdeten Tierarten und darf nicht oder nur begrenzt gesammelt werden. Auf jeden Fall sollte man solche Schnecken, wenn man sie sich zur Beobachtung mit nach Hause nimmt, beizeiten wieder an ihrem Herkunftsort auswildern. Im übrigen können Weinbergschnecken sehr alt werden – in freier Natur etwa 8 Jahre, in guter Pflege bis zu 20 Jahre:

http://de.wikipedia.org/wiki/Weinbergschnecke

http://www.helix-pomatia.de/

Übersiedlungsstress

2. Juni 2008 um 22:53 | Veröffentlicht in Nicht kategorisiert | 3 Kommentare
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Da ich gerade einen Umzug in eine neue Wohnung gestartet habe, leidet mein Webtagebuch hier etwas. Ich überlege gerade, wie ich am besten meine 4 Aquarien übersiedle, möglichst ohne Verluste unter den Fischen und ohne Schäden an den Aquarien. Ich habe es mir zum Ziel gesetzt die Aquarien am besten etappenweise zu übersiedeln, d.h. ich werde das ganze Prozedere auf 2-3 Nachmittage aufteilen. Ob es geklappt hat, erfahrt ihr natürlich hier :-)

Einstweilen grüßt die Fischtante…

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